Ukrainischer Skeletonpilot wegen Gedenkhelms von Olympia 2026 ausgeschlossen
Ukrainischer Skeletonpilot wegen Gedenkhelms von Olympia 2026 ausgeschlossen
Der ukrainische Skeletonpilot Vladyslav Heraskevych wurde von den Olympischen Winterspielen 2026 disqualifiziert, nachdem er einen Helm trug, der an im Krieg getötete Athleten erinnern sollte. Das Internationale Olympische Komitee (IOK) verwies ihn aus dem Olympischen Dorf und berief sich dabei auf Regeln, die politische Äußerungen verbieten. Die Entscheidung löste Kritik sowohl von estnischen als auch von ukrainischen Offiziellen aus.
Heraskevych hatte den Gedenkhelm erstmals während der Trainingsläufe der Olympischen Spiele 2026 getragen. Das IOK erteilte ihm eine Verwarnung und erinnerte ihn daran, dass politische Gesten bei den Spielen nicht erlaubt seien. Trotz der Warnung entschied er sich, den Helm erneut zu tragen, was schließlich zu seiner Disqualifikation führte.
IOK-Präsidentin Kirsty Coventry setzte die Entscheidung durch und verwies Heraskevych aus dem Olympischen Dorf. Das Estnische Olympische Komitee (EOK) verurteilte den Schritt und veranstaltete in München ein Abendessen zu Ehren des Athleten. EOK-Präsidentin Kersti Kaljulaid argumentierte, das Gedenken an gefallene Landsleute sei keine politische Handlung, sondern eine grundlegende menschliche Geste.
Kaljulaid forderte das IOK auf, seine Entscheidung zu begründen, und behauptete, sie stehe im Widerspruch zu den Kernwerten der Olympischen Bewegung. Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach Heraskevych seine Unterstützung aus und äußerte Stolz auf dessen Verhalten. Öffentlichen Quellen zufolge, die sich auf ukrainische Angaben berufen, sind seit dem russischen Überfall im Februar 2022 mehr als 650 ukrainische Sportler und Trainer ums Leben gekommen.
Die Disqualifikation Heraskevychs durch das IOK hat in mehreren Ländern starke Reaktionen ausgelöst. Das öffentliche Abendessen des EOK und Kaljulaids Kritik verdeutlichen die anhaltende Debatte über olympische Regeln und Akte des Gedenkens. Der Fall unterstreicht die Spannung zwischen der politischen Neutralität des Sports und der menschlichen Tragweite des Krieges in der Ukraine.
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