04 April 2026, 00:38

Europas Kampf um digitale Souveränität: Clouds, KI und neue Risiken

Eine Karte von Europa mit verschiedenen Grüntönen, die unterschiedliche Regionen anzeigen, und dem Logo des Europäischen Umweltbundes im linken oberen Eck.

Europas Kampf um digitale Souveränität: Clouds, KI und neue Risiken

Europa treibt seine Pläne voran, die Abhängigkeit von ausländischen Technologieanbietern zu verringern. Die Europäische Kommission wird im Frühjahr 2026 ein neues Paket zur "technologischen Souveränität" vorlegen, das sich auf Schlüsselsektoren wie KI, Quantencomputing und Halbleiter konzentriert. Unterdessen testet die deutsche Cybersecurity-Behörde souveräne Cloud-Lösungen, um ihre nationale Strategie zu prägen.

Der Schritt erfolgt zu einer Zeit, in der sowohl die EU als auch die USA Bedenken gegenüber chinesischer Technologie äußern – auch wenn Washington davor warnt, die Beziehungen zu amerikanischen Anbietern abzubrechen.

Mit dem anstehenden Paket der Europäischen Kommission soll die Entwicklung europäischer Alternativen in zentralen Digitalbereichen gestärkt werden. Eine im Januar 2026 gestartete Konsultation wird in eine neue Open-Source-Strategie einfließen; die Ergebnisse sollen im ersten Quartal veröffentlicht werden. Die Initiative umfasst den Cloud- und KI-Entwicklungsakt, den Quantum-Akt sowie einen Industrie-Beschleunigungsakt, um Innovation in Europa voranzutreiben.

Auch im Bereich Cybersicherheit werden die Regeln verschärft. Reformen der EU-Cybersecurity-Agentur ENISA und strengere Maßnahmen in der Lieferkette – etwa Verbote für Hochrisiko-Komponenten – sind Teil des Plans. Beamte betonen, dass Souveränität nicht Isolation bedeute, sondern die Vermeidung von Abhängigkeiten von fremdbestimmten Regeln.

Das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bewertet bereits souveräne Cloud-Dienste großer Technologiekonzerne. Die Ergebnisse sollen als Grundlage für die nationale Cloud-Strategie dienen und sicherstellen, dass kritische Infrastrukturen keine riskanten Abhängigkeiten eingehen.

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Auf der anderen Seite des Atlantiks zeigen sich US-Beamte skeptisch gegenüber Europas Streben nach technologischer Unabhängigkeit. Sean Cairncross, der nationale Cyberdirektor der USA, argumentierte, dass amerikanische Technologie weitaus weniger Risiken berge als chinesische Alternativen. Er warnte, dass die Bevorzugung schwächerer europäischer Lösungen aus Souveränitätsgründen den Kontinent anfälliger für Cyberangriffe machen könnte.

In einem Punkt sind sich die EU und die USA einig: Chinesische Technologie gibt Anlass zu ernsten Bedenken. Neue rechtliche Vorgaben sollen chinesische Anbieter aus kritischen Lieferketten ausschließen, mit Verweis auf Überwachungs- und Spionagerisiken.

Die EU-Strategie wird europäische Open-Source-Software als Alternative zu US-amerikanischen proprietären Systemen fördern. Strengere Cybersicherheitsvorschriften und Lieferkettenkontrollen sollen in Kürze in Kraft treten. Unterdessen bleibt umstritten, ob eine geringere Abhängigkeit von US-Technologie neue Schwachstellen schafft – oder Europas langfristige digitale Widerstandsfähigkeit stärkt.

AKTUALISIERUNG

Europe's 60-65% US Cloud Dependency Drives 2026 Sovereignty Push

New analysis reveals Europe's cloud market remains heavily reliant on US providers. Key findings include:

  • 60–65% of public cloud services in Europe are controlled by AWS, Azure, and Google Cloud.
  • This dependency has shifted EU strategy toward investment-led growth in semiconductors, AI infrastructure, and cloud services.
  • Analysts warn rising costs from hardware and AI demands could hit European firms hard.