Bayerns neues Jagdrecht: Wölfe freigegeben, Rehjagd früher möglich
Christina JunitzLandtag gibt grünes Licht für leichtere Wolfsjagd in Bayern - Bayerns neues Jagdrecht: Wölfe freigegeben, Rehjagd früher möglich
Der bayerische Landtag hat eine umfassende Reform des Jagdrechts verabschiedet, die tiefgreifende Änderungen im Wildtiermanagement mit sich bringt. Die neuen Regelungen stufen Wölfe und Goldschakale als jagdbare Wildarten ein und erleichtern damit deren Bejagung zum Schutz von Nutztieren. Gleichzeitig passt die Reform die Jagdzeiten an und räumt örtlichen Jägern mehr Einfluss auf die Regulation der Rehbestände ein.
Die Entscheidung hat sowohl politische Diskussionen als auch ökologische Bedenken ausgelöst. Kritiker warnen vor möglichen Risiken für das Ökosystem durch die Lockerung der Vorschriften.
Ein zentraler Punkt der Reform sind die neuen Richtlinien für die Bejagung von Rehwild. Damit wird mehr Entscheidungsbefugnis an Jäger und Grundbesitzer vor Ort übertragen. Zwar bleiben grundsätzliche Abschussquoten bestehen, doch können die Behörden eingreifen, falls die Bestände falsch bewirtschaftet werden. Die Jagdzeit für Rehe beginnt künftig bereits Mitte April – eine Anpassung an die frühere Vegetationsentwicklung in Teilen der Region.
Eine weitere bedeutende Neuerung ist die Einstufung von Wölfen und Goldschakalen als jagdbare Arten nach bayerischem Recht. Dies vereinfacht die Entnahme von Wölfen, um Angriffe auf Schafe und anderes Nutztier zu verhindern. Umweltverbände wie der Bund Naturschutz kritisieren diesen Schritt scharf: Sie argumentieren, dass eine zu hohe Population von Rehen durch Überweidung Überschwemmungen, Lawinen und die Wasserqualität verschlechtern könne.
Innerhalb der Koalitionsregierung gab es Widerstände gegen die Reform, insbesondere zwischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Agrarministerin Michaela Kaniber. Trotz der internen Meinungsverschiedenheiten stimmten schließlich CSU, Freie Wähler und AfD für das Gesetz, während die Grünen dagegen votierten und die SPD sich der Stimme enthielt.
Bayern ist nicht das einzige Bundesland, das sein Jagdrecht modernisiert. Auch Hessen hat ähnliche Reformen auf den Weg gebracht: Ab Oktober 2024 werden Wölfe dort als jagdbare Art geführt, und ab April 2026 gelten verlängerte Jagdzeiten. Ziel dieser Änderungen ist es, die Vorschriften besser an die regionale Wildtierbiologie und praktische Erfordernisse anzupassen – mit mehr Flexibilität für Jäger und verbessertem Schutz für Grundbesitzer.
Die neuen Jagdgesetze gewähren Jägern mehr Eigenverantwortung, behalten aber Kontrollmechanismen bei, um sowohl Über- als auch Unterbejagung zu verhindern. Wölfe können nun leichter bejagt werden, um Nutztierrisse zu reduzieren, und die Jagdzeiten für Rehe wurden an den früheren Frühlingsbeginn angepasst. Umweltverbände bleiben skeptisch und warnen vor langfristigen Folgen für die Ökosysteme. Doch die Reformen spiegeln einen bundesweiten Trend wider: Die Wildtierbewirtschaftung soll stärker an regionale Bedürfnisse angepasst werden.






