Wiener Festwochen feiern 75 Jahre mit Rekordbesuch und künstlerischen Wagnissen
Christoph Koch IIWiener Festwochen feiern 75 Jahre mit Rekordbesuch und künstlerischen Wagnissen
Die Wiener Festwochen feiern 75-jähriges Jubiläum mit gefeierten Aufführungen und künstlerischen Wagnissen
Die Wiener Festwochen begingen ihr 75-jähriges Bestehen mit einer Mischung aus gefeierten Darbietungen und mutigen künstlerischen Entscheidungen. Milo Raus „Republik der Götter“ wurde als Weltpremiere und Rückblick zum Anlass inszeniert. Die Veranstaltung lockte mit fast 196.000 Besuchern einen Rekordandrang, wobei besonders die Eröffnungsinszenierung am Heldenplatz auf großes Interesse stieß.
Milo Raus Produktion löste weit über die Bühne hinaus Debatten aus. Seine „Republik der Götter“ sah sich trotz ehrgeiziger Vision Kritik an ihrer zersplitterten Struktur ausgesetzt. Zudem wurde das Festival zur Plattform soziopolitischer Diskussionen, nachdem Kontroversen um die selbsternannten Propheten Peter Thiel und Braco aufkamen.
Einige Aufführungen stachen durch ihre Qualität hervor. Angélica Liddells „Seppuku: Die Bestattung Mishimas oder die Lust am Sterben“ wurde durchweg gelobt. Auch Patti Smiths Auftritte, darunter „Mythen des Alltags“ und „Pfingstspiel“, fanden großen Anklang. Thorsten Lensings „Tanzende Idioten“ und Brigitta Muntendorfs „Der Tag davor“ wurden ebenfalls enthusiastisch gefeiert.
Nicht alle Produktionen konnten überzeugen. Susanne Kennedys „Parsifal“ und Nestervals „Nibelungensaga“ wurden als übermäßig komplex und enttäuschend kritisiert. „Turn“ von Gob Squad, ein interaktives Stück über Doppelgänger, unterhielt zwar das Publikum, wirkte aber inhaltlich oberflächlich. Zudem warf die Entscheidung des Festivals, religiöse Themen in einer einzigen Veranstaltung zu bündeln, Fragen nach deren Wirksamkeit auf.
Mit fast 196.000 Besuchern verzeichneten die Festwochen einen neuen Besucherrekord. Zu den Höhepunkten zählten die herausragenden Darbietungen von Liddell, Smith, Lensing und Muntendorf. Einige Produktionen sowie der thematische Ansatz des Festivals sahen sich jedoch Vorwürfen ausgesetzt, den Erwartungen nicht gerecht geworden zu sein.






