07 April 2026, 04:24

Warum immer mehr Erzieher:innen den Beruf verlassen – trotz gesellschaftlicher Verantwortung

Plakat mit der Aufschrift "Hohes Risiko von Kinderarbeit" auf blauem Hintergrund, weißer Text und weißer Rahmen, mit einem kreisförmigen Arrangement von Fotos verschiedener Personen um den Titel.

Warum immer mehr Erzieher:innen den Beruf verlassen – trotz gesellschaftlicher Verantwortung

Erzieher:innen in Deutschland kämpfen mit wachsenden Herausforderungen, denn während die Nachfrage nach Betreuungsplätzen steigt, bleibt qualifiziertes Personal Mangelware. Trotz der hohen Verantwortung fühlen sich viele durch Bezahlung und Anerkennung unterbewertet. Dieses Ungleichgewicht treibt manche aus dem Beruf – hin zu besser bezahlten Jobs im Bildungsbereich.

Eine Fachkraft in der Kindertagesbetreuung, die in der Entgeltgruppe S8a bei 30 Wochenstunden arbeitet, nimmt etwa 1.800 Euro netto im Monat mit nach Hause. Kritiker halten dies angesichts des Arbeitsaufwands und der gesellschaftlichen Bedeutung des Berufs für zu gering. Die Kluft zwischen Verantwortung und Gehalt lässt viele zweifeln, ob die Arbeit angemessen gewürdigt wird.

Einige fordern, dass Erzieher:innen mehr verdienen sollten als etwa Pflegekräfte oder Lokomotivführer:innen – schließlich prägen sie die frühe Kindheitsentwicklung maßgeblich. Doch stattdessen treiben niedrige Löhne und harte Arbeitsbedingungen viele dazu, sich für Lehramtsqualifikationen wie A13 oder E14 zu entscheiden, die deutlich höhere Einstiegsgehälter bieten. Diese Positionen zahlen oft deutlich besser als die S17/S18-Stellen in der Kinderbetreuung.

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Eltern und Verbände fordern eine bessere Wertschätzung und Arbeitsbedingungen für pädagogische Fachkräfte. Sie argumentieren, dass das aktuelle System die tatsächlichen Anforderungen des Berufs nicht widerspiegelt. Zwar wird das durchschnittliche Einkommen versicherungspflichtiger Beschäftigter in Deutschland für die Rentenberechnung herangezogen – doch viele Erzieher:innen fühlen sich im Vergleich abgehängt.

Die Schere zwischen Bezahlung, Arbeitsbelastung und Verantwortung belastet den Kita-Sektor weiter. Ohne Reformen könnten noch mehr Fachkräfte in besser bezahlte Bildungsberufe wechseln. Das würde den Personalmangel verschärfen und die Qualität der frühkindlichen Förderung im ganzen Land beeinträchtigen.

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