Vadim Dantsiger: Wie ein Regisseur zwischen Moskau und Wladiwostok Theaterwelten erschafft
Christoph Koch IIVadim Dantsiger: Wie ein Regisseur zwischen Moskau und Wladiwostok Theaterwelten erschafft
Vadim Dantsiger ist Regisseur am Primorski-Gorki-Akademischen Regionalen Dramatheater in Moskau. Zudem hat er mehrere Inszenierungen in Wladiwostok auf die Bühne gebracht, wo er eine tiefe Verbundenheit mit der Stadt und ihrer Theaterszene pflegt.
In Wladiwostok führte Dantsiger Regie bei bemerkenswerten Stücken wie Der Garderobier, Liebe und Intrige sowie Das Schweigen des Matrosen. Jede Produktion betrachtet er als neue Gelegenheit, sich als Regisseur aufs Neue zu beweisen.
Er liest über 200 Theaterstücke im Jahr – angetrieben von einer Leidenschaft für anspruchsvolle Werke. Für ihn ist Theater schaffen wie das Erschaffen von Universen: Schauspieler formen Planeten, Regisseure fügen daraus Galaxien zusammen. Besonders schätzt er den Probenprozess und glaubt an die Maxime, die Kunst in sich selbst zu lieben, nicht sich selbst in der Kunst.
Dantsiger beobachtet einen Rückgang der schauspielerischen Standards, hält aber den Wettbewerb zwischen Theatern für essenziell, um die Qualität zu steigern. Zudem befürwortet er die Rückkehr der äsopischen Sprache im Theater und betrachtet sie als Bereicherung für die Kunstform.
Sein Wirken erstreckt sich zwischen Moskau und Wladiwostok, wo seine Hingabe zum Theater ungebrochen bleibt. Weiterhin lotet er die Grenzen seines Handwerks aus – mit Fokus auf Tiefe, Wettbewerb und die zeitlose Kraft komplexer Erzählungen.
