Unternehmen kämpfen mit intransparenten Mitarbeiterleistungen und Steuerregeln
Laura ThanelUnternehmen kämpfen mit intransparenten Mitarbeiterleistungen und Steuerregeln
Eine neue Studie der Unternehmensberatung Roland Berger deckt erhebliche Defizite auf, wie Unternehmen in Deutschland mit Mitarbeiterleistungen umgehen. Die Analyse, die auf den Antworten von über 1.700 Personalverantwortlichen basiert, zeigt, dass Verwirrung über Steuerregelungen und mangelnde Markttransparenz zu den größten Herausforderungen für Unternehmen gehören.
Laut der Umfrage halten mehr als 80 Prozent der Personalmanager den Markt für Mitarbeiterleistungen für intransparent. Viele tun sich schwer, passende Anbieter zu finden – 82 Prozent geben an, dass die begrenzte Marktübersicht die Auswahl erschwert. Auch beim Thema Steuervergünstigungen gibt es Wissenslücken: 27 Prozent kennen die Freibeträge für Gesundheitsförderung nicht, 15 Prozent wissen nichts über Gehaltsumwandlung, und fünf Prozent nutzen steuerbegünstigte Sachleistungen nicht.
Die Kosten bleiben ein zentrales Hindernis: 20 bis 30 Prozent der Personalverantwortlichen nennen hohe Ausgaben als Grund dafür, bestimmte Zusatzleistungen nicht anzubieten. Dennoch planen die meisten Unternehmen, ihr Angebot bis 2025 auszubauen – im Schnitt um 1,4 neue Leistungen. Besonders der Energiesektor treibt diese Entwicklung voran und will durchschnittlich 1,9 zusätzliche Benefits einführen. Aktuell bieten Firmen im Durchschnitt 6,6 Leistungen an, wobei Banken und Versicherungen mit 8,4 am großzügigsten sind. Die Gastronomie und die öffentliche Verwaltung liegen mit 5,3 Leistungen am unteren Ende der Skala.
Fast 90 Prozent der Personaler bevorzugen einen zielgerichteten Ansatz und setzen auf fünf bis zehn maßgeschneiderte Leistungen statt auf ein breites, unübersichtliches Angebot. Mit dieser Strategie soll die Mitarbeiterbindung und das Wohlbefinden gesteigert werden – 89 Prozent streben durch gezielte Angebote eine höhere Loyalität und Zufriedenheit an.
Die Studie unterstreicht den Bedarf an klareren Informationen zu Steuerregelungen und Anbieteroptionen. Unternehmen setzen zunehmend auf selektive, bedarfsorientierte Leistungen, um die Zufriedenheit der Belegschaft zu erhöhen. Die Expansionspläne deuten auf einen Wandel hin zu strategischeren und kosteneffizienteren Leistungssystemen bis 2025 hin.
