10 May 2026, 10:21

Tomahawk-Ausfall zwingt Deutschland zur Suche nach Alternativen für die Landesverteidigung

Nahaufnahme eines Militärfahrzeugs mit einer runden, grün-weißen Rakete, die seitlich an einem Metallrahmen befestigt ist.

Tomahawk-Ausfall zwingt Deutschland zur Suche nach Alternativen für die Landesverteidigung

Deutschlands Pläne zur Stationierung US-amerikanischer Tomahawk-Marschflugkörper sind nach einem Kurswechsel des damaligen Präsidenten Donald Trump gescheitert. Die Kehrtwende zwingt die Verteidigungsführung nun, nach Alternativen zu suchen, um eine wachsende Fähigkeitslücke zu schließen. Abgeordnete aus Union und SPD fordern von Verteidigungsminister Boris Pistorius rasches Handeln.

Die Tomahawks sollten ursprünglich als Übergangslösung dienen, während Europa an eigenen präzisionsgelenkten Langstreckenwaffen arbeitete. Ihre Streichung wirft nun Fragen nach einer möglichen „Abschreckungslücke“ in den kommenden Jahren auf.

Thomas Erndl, verteidigungspolitischer Sprecher der CSU, kritisierte die zögerliche Modernisierung der Bundeswehr. Er forderte Pistorius auf, einen „Aktionsplan 2029“ vorzulegen, um die Glaubwürdigkeit der deutschen Abschreckung zu sichern. Erndl regte zudem an, innovative Lösungen junger deutscher Rüstungsunternehmen – insbesondere im Bereich Marschflugkörper – stärker zu berücksichtigen.

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Siemtje Möller, stellvertretende SPD-Vorsitzende, unterstrich die Dringlichkeit. Sie plädierte für eine beschleunigte Entwicklung europäischer Raketenproduktion und schlug eine Zusammenarbeit mit der Ukraine als möglichen Weg vor. Möller verwies darauf, dass Deutschland und seine EU-Partner bereits über die nötige technologische und industrielle Expertise verfügten.

Verteidigungspolitiker beider Parteien sind sich einig: Pistorius muss eine klare Strategie vorlegen. Ohne Ersatz für die Tomahawks drohten Europas Verteidigungsfähigkeiten in naher Zukunft erhebliche Defizite.

Der Ausfall der Tomahawk-Stationierung zwingt Deutschland, seine Sicherheitsstrategie neu zu denken. Pistorius steht unter Druck, bis 2029 einen konkreten Plan vorzulegen – mit Fokus auf europäische Eigenentwicklungen. Kooperationen mit der Ukraine und Investitionen in heimische Innovationen könnten entscheidend sein, um die entstehende Abschreckungslücke zu schließen.

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