Stichwahl in Wilhermsdorf: Zwei Frauen kämpfen um das Bürgermeisteramt und die Zukunft der Gemeinde
Christina JunitzStichwahl in Wilhermsdorf: Zwei Frauen kämpfen um das Bürgermeisteramt und die Zukunft der Gemeinde
Wilhermsdorfs nächste Bürgermeisterin wird in Stichwahl am 22. März 2026 gewählt
Zwei Kandidatinnen – Patrizia Fierus (CSU) und Alexandra Zipfel (Freie Wähler) – haben ihre Visionen für die Gemeinde vorgestellt. Beide positionieren sich zu zentralen Themen wie Bildung, Infrastruktur, die Belebung der Innenstadt und die Haushaltsführung.
In den vergangenen fünf Jahren hat Wilhermsdorf seine finanzielle Lage deutlich verbessert. Dank strenger Ausgabenkontrollen und der Akquise externer Fördermittel verzeichnete die Kommune durchschnittliche Jahresüberschüsse von 1,2 Millionen Euro. Die Nettoverschuldung sank von 8,5 Millionen Euro (2021) auf 6,1 Millionen Euro (2025). Ein Sparprogramm aus dem Jahr 2023 senkte die Kosten um 20 Prozent, während Neuansiedlungen – etwa ein 2024 errichtetes Logistikzentrum – die Steuerinnahmen steigerten. Zudem sicherte sich die Gemeinde 5 Millionen Euro an Landes- und Bundeszuschüssen, von denen bereits 70 Prozent bewilligt sind, um Großprojekte zu finanzieren.
Patrizia Fierus setzt klare Schwerpunkte: Bis 2027 soll eine neue Grundschule entstehen, das Baugebiet "West" für Wohn- und Gewerbenutzung erschlossen und das Bürgerzentrum bis 2028 fertiggestellt werden. Zudem will sie das Wohnungsangebot diversifizieren und lokale Arbeitsplätze schaffen. Für die Innenstadt fordert sie ein durchdachtes Verkehrskonzept und eine enge Zusammenarbeit mit ansässigen Unternehmen. Ihre Finanzstrategie zielt auf langfristige Planung und die Ausschöpfung aller Fördermöglichkeiten ab.
Alexandra Zipfel teilt einige dieser Ziele, darunter die neue Grundschule, das Bürgerzentrum und eine langfristige Lösung für das Hallenbad. Sie möchte die Innenstadt durch die Umnutzung leerstehender Immobilien und Nachverdichtung beleben. Transparenz und gezielte Investitionen stehen im Mittelpunkt ihres finanziellen Ansatzes. Beide Kandidatinnen befürworten den Ausbau der Ganztagesbetreuung für Kinder sowie die Modernisierung von Lernräumen.
Die Projekte – die auf 15 Millionen Euro geschätzte Grundschule und das 10 Millionen Euro teure Bürgerzentrum – sind bereits in Planung. Gestiegene Gewerbesteuereinnahmen und bewilligte Fördergelder haben die Finanzierungskraft der Gemeinde gestärkt.
Die Stichwahl entscheidet, wer Wilhermsdorf in die nächste Entwicklungsphase führt. Die Siegerin wird Schlüsselvorhaben wie Schulneubau, Bürgerzentrum und Innenstadtbelebung verantworten. Mit soliden Finanzen und klaren Konzepten beider Kandidatinnen ist die Gemeinde gut aufgestellt, um ihre Prioritäten umzusetzen.