Söder plant schärfere Teilzeitregeln für bayerische Lehrkräfte – und löst Empörung aus
Laura ThanelSöder plant schärfere Teilzeitregeln für bayerische Lehrkräfte – und löst Empörung aus
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat Pläne angekündigt, die Regeln für Teilzeitarbeit im öffentlichen Dienst – darunter auch für Lehrkräfte – zu verschärfen. Die Ankündigung hat bereits scharfe Reaktionen von Gewerkschaften, Koalitionspartnern und Bildungsexperten ausgelöst, die vor möglichen negativen Folgen für Schulen und die Motivation der Beschäftigten warnen.
Nach den neuen Vorschlägen soll die Altersgrenze für familienbedingte Teilzeit von 18 auf 15 Jahre gesenkt werden. Zudem steigt die Mindeststundenzahl für teilzeitbeschäftigte Lehrkräfte von acht auf zwölf Wochenstunden. Wer künftig eine Teilzeitstelle beantragt, darf höchstens 50 Prozent der regulären Arbeitszeit in Anspruch nehmen.
Söders Vorstoß erfolgt vor dem Hintergrund, dass derzeit mehr als die Hälfte der bayerischen Lehrkräfte in Teilzeit arbeitet. Bereits zuvor hatte Kultusministerin Anna Stolz die Pädagogen aufgefordert, freiwillig mehr Stunden zu übernehmen. Doch die Gewerkschaften bezeichnen die geplante Regelung nun als "Vertrauensbruch" und eine "Ohrfeige" für Lehrkräfte, die erst kürzlich zusätzliche Aufgaben übernommen hätten.
Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) warnt, die Änderungen könnten Bewerber vom Lehrberuf abschrecken. Gleichzeitig äußert sich der Koalitionspartner der CSU, die Freien Wähler, skeptisch zu den Plänen. CSU-Fraktionschef Klaus Holetschek verteidigt die Reformen hingegen mit dem Argument, dass klare rechtliche Vorgaben notwendig seien, um den Personalbedarf zu steuern.
Die geplanten Einschränkungen lassen viele Lehrkräfte abgewertet und verunsichert über ihre zukünftigen Arbeitsbedingungen zurück. Falls umgesetzt, treten die Änderungen in den kommenden Jahren in Kraft und werden die Teilzeitregelungen an bayerischen Schulen grundlegend verändern. Wie sich dies auf die Personalbindung und -gewinnung auswirkt, bleibt abzuwarten.






