19 March 2026, 18:24

Söder fordert Atom-Renaissance: Warum Bayern kleine Reaktoren testen will

Großes modernes Gebäude mit vielen Fenstern, als der Bundestag in Berlin identifiziert, umgeben von Straßeninfrastruktur, Fußgängern und Bäumen unter einem bewölkten Himmel.

Kernenergie-Debatte: AfD fordert Wiedereinstieg - Starke Gegenwehr im Bundestag - Söder fordert Atom-Renaissance: Warum Bayern kleine Reaktoren testen will

Deutschlands Atomausstieg, der 2023 nach der Fukushima-Katastrophe von 2011 endgültig vollzogen wurde, steht nun erneut zur Debatte. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder fordert eine Kehrtwende und setzt sich für den Einsatz kleiner modularer Reaktoren (SMR) in seinem Bundesland ein. Der Vorschlag hat scharfe Kontroversen zwischen Parteien und Fachleuten ausgelöst.

Die Bundesregierung hat bisher keine konkreten Schritte zur Entwicklung von SMR unternommen, obwohl Söder ein bayerisches Pilotprojekt plant. Ein Bundestagsantrag (Drucksache 21/4749) fordert zwar eine Prüfung der Technologie, spiegelt aber vor allem Forderungen der Opposition wider und nicht die Regierungspolitik. Unterdessen bezeichnete EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen Europas Ablehnung der Kernenergie als strategischen Fehler und kündigte 200 Millionen Euro an EU-Fördergeldern für die Atomkraft an.

Bundeskanzler Friedrich Merz stimmte von der Leyens Einschätzung zwar zu, betonte jedoch, der deutsche Atomausstieg bleibe unumkehrbar. Diese Haltung zog Kritik des AfD-Abgeordneten Andreas Bleck auf sich, der Merz Vorwürfe machte, die Öffentlichkeit zu täuschen, und die unionsgeführte Mitte-rechts-Fraktion aufforderte, mit der AfD zusammenzuarbeiten, um das Atomgesetz zu ändern.

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Gegen eine Renaissance der Kernenergie regte sich schnell Widerstand aus verschiedenen Lagern. Die SPD-Politikerin Nina Scheer nannte die Idee unsinnig und verwies auf Europas Abhängigkeit von russischem Brennstoff sowie die Notwendigkeit, Erneuerbare Energien zu priorisieren, um bis 2045 Klimaneutralität zu erreichen. Der Grünen-Politiker Harald Ebner bezeichnete Atomkraft als völlig abwegig und verwies auf das ungelöste Problem der Endlagerung von Atommüll. Janine Wissler von der Linken spottete, die Debatte sei eine Wiederbelebung der Zombie-Atomkraft und betonte die hohen Stromgestehungskosten der Kernenergie.

Die AfD hingegen positioniert sich als lautstarker Fürsprecher einer Rückkehr zur Atomkraft und präsentiert sie als Lösung für die Energiekrise.

Der Vorstoß für kleine modulare Reaktoren in Bayern hat die polarisierte Diskussion über die deutsche Atompolitik neu entfacht. Während einige Politiker und EU-Vertreter Potenzial in der Kernenergie sehen, hält die Bundesregierung an ihrer Ablehnung fest. Der Konflikt spiegelt tiefere Meinungsverschiedenheiten über Energiesicherheit, Kosten und Klimaziele wider.

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