Regensburgs Jugendamt meistert Kostenanstieg mit klugen Lösungen für Familien und Schulen
Laura ThanelRegensburgs Jugendamt meistert Kostenanstieg mit klugen Lösungen für Familien und Schulen
Jugendamt Regensburg steuert steigende Kosten und erweitert Unterstützung für Schulen und Familien
Das Jugendamt des Landkreises Regensburg hat Maßnahmen ergriffen, um die wachsenden Ausgaben zu bewältigen und gleichzeitig das Angebot für Schulen und Familien auszubauen. Aktuelle Haushaltsberatungen und strukturelle Anpassungen zielen darauf ab, den Kinder- und Jugendschutz sowie die Jugendhilfe zu verbessern – und das ohne nennenswerte Mittelaufstockung. Die entscheidenden Weichenstellungen erfolgten in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 17. März 2026; die endgültige Beschlussfassung durch den Kreistag steht im April an.
Bereits im März 2025 hatte der Ausschuss beschlossen, keine neuen Stellen für die Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS) zu schaffen. Stattdessen wurden sieben neue Anträge sowie zwei Anträge auf Stundenaufstockung genehmigt – durch Umverteilung bestehender Personalkapazitäten. Auf diese Weise konnte das JaS-Angebot von 41 auf 46 Schulstandorte ausgeweitet werden; eine weitere Schule wird durch einen Träger der Evangelischen Jugendsozialarbeit betreut, sodass nun insgesamt 47 Schulen abgedeckt sind.
Kostenkontrolle bei schulischer Einzelfallhilfe Schon 2025 führte das Jugendamt Maßnahmen ein, um die steigenden Ausgaben für die individuelle Schulbegleitung in den Griff zu bekommen. Ein zentrales Entscheidungsgremium sollte für transparente und rechtssichere Beschlüsse sorgen. Die Folge: Die Zahl der bewilligten Hilfen sank 2025 auf 174 Fälle, die monatliche Durchschnittsbelastung lag bei 139 Fällen. Die Ausgaben gingen um rund 5 Prozent zurück – auf 5,309 Millionen Euro.
Am 15. Oktober 2025 nahm der Landkreis zudem die Beratungs-, Vermittlungs- und Schutzstelle (BVS) im Fachbereich Soziales in Betrieb. Das sechsköpfige Expertenteam soll die zunehmend komplexen Fälle im Kinderschutz bewältigen. Weitere Einsparungen ergaben sich durch gebündelte Modelle bei Schulbegleitdiensten und strengere Prüfkriterien bei Antragsstellungen – damit gelang es, den Kostenanstieg zu bremsen.
Haushalt 2026: Mehr Leistung bei nahezu gleichbleibendem Budget Der Jugendhilfeetat für 2026 wurde einstimmig im Ausschuss verabschiedet; die finale Verabschiedung durch den Kreistag steht für Mitte April an. Der erforderliche Zuschussbedarf beläuft sich auf 42,034 Millionen Euro – nur 22.700 Euro (0,05 %) mehr als im Vorjahr. Zudem startet im Mai 2026 ein Pilotprojekt: An den Familienbildungsstätten in Regenstauf und Schierling werden dann niedrigschwellige Sprechstunden durch sozialpädagogische Fachkräfte angeboten.
Durch Umverteilung und Effizienzsteigerungen gelingt es dem Landkreis, das Angebot auszubauen, ohne das Budget deutlich zu erhöhen. Die neue BVS-Stelle und das Beratungs-Pilotprojekt sollen den Kinder- und Familienschutz weiter stärken. Mit der finalen Haushaltsverabschiedung im April werden diese Pläne für das kommende Jahr besiegelt.






