RAW-Gelände in Berlin: Subkultur droht das Aus nach gescheiterten Plänen
Christina JunitzRAW-Gelände in Berlin: Subkultur droht das Aus nach gescheiterten Plänen
Die Zukunft des Berliner RAW-Geländes in Friedrichshain bleibt ungewiss
Nach Jahren gescheiterter Verhandlungen steht die Zukunft des RAW-Areals in Berlin-Friedrichshain weiter in den Sternen. Während am Samstagabend noch eine öffentliche Fußball-Übertragung für lebendige Stimmung sorgte, brodelte es hinter den Kulissen. Die Kurth Group, Eigentümerin des Geländes, erklärte den Planungsprozess nach fast elf Jahren Verhandlungen mit dem Bezirk für gescheitert.
Die Kurth Group hatte das RAW-Gelände 2015 erworben. Seither gestaltet sich der Spagat zwischen wirtschaftlich lukrativer Bebauung und dem Erhalt der subkulturellen Wurzeln als schwierig. 2022 schien ein Durchbruch möglich: Der Bezirk schlug vor, im Gegenzug für den Schutz des sogenannten „kulturellen L“ einen 100 Meter hohen Büroturm zu errichten.
Die Gespräche wurden 2023 wiederaufgenommen, und bis Mitte Mai 2024 zeichnete sich eine Einigung ab. Doch die Kurth Group zog sich überraschend zurück und warf dem Bezirk vor, mit dem neuen Rahmenkonzept frühere Absprachen gebrochen zu haben. Man kritisierte, die Pläne dienten allein den Interessen Berlins – nicht aber denen des Investors.
Ohne die Zusammenarbeit des Bezirks und einen abgeschlossenen Bebauungsplan kann das Unternehmen nicht vorankommen. Florian Falkenhagen, Geschäftsführer des Clubs Cassiopeia, erhielt die Aufforderung, die Räumlichkeiten bis Ende des Monats zu verlassen. Auch andere Projekte auf dem Gelände stehen vor demselben Ultimatum.
Die Kurth Group will sich nun auf rentablere Wohnungsbauprojekte konzentrieren. Cassiopeia und weitere Mieter müssen in den kommenden Wochen die Flächen räumen. Damit schwebt das langjährige subkulturelle Erbe des RAW-Geländes in akuter Gefahr.






