11 April 2026, 12:27

Pflegegrad 1 sichert bis zu 4.180 Euro Zuschuss für barrierefreie Wohnungen

Ein verbarrikadiertes Gebäude mit einer Tafel, die "Bezahlbarer Wohnraum" lautet, eine Treppe mit Geländern, die zum Eingang führt, und eine Straße unten.

Pflegegrad 1 sichert bis zu 4.180 Euro Zuschuss für barrierefreie Wohnungen

Barrierefreie Umbauten zu Hause können stark im Preis variieren – von einfachen Haltegriffen bis hin zu teuren Treppenliften. Menschen mit Pflegegrad 1 in Deutschland können nun finanzielle Unterstützung für solche Anpassungen erhalten. Der Staat gewährt Zuschüsse von bis zu 4.180 Euro pro Maßnahme, wobei die Obergrenze für Haushalte mit mehreren Pflegebedürftigen höher ausfällt.

Die Fördergelder sollen den rund 860.000 Menschen mit Pflegegrad 1 zugutekommen, die bereits eine monatliche Entlastungspauschale von bis zu 131 Euro erhalten. Allerdings gelten strenge Auflagen: Anträge müssen vor Beginn der Arbeiten gestellt werden, und detaillierte Kostenvoranschläge sind Pflicht.

Die Kosten für barrierefreie Umbauten reichen von kleinen Änderungen bis zu umfangreichen Sanierungen. Ein Haltegriff schlägt mit 100 bis 250 Euro zu Buche, während das Verbreitern einer Tür 500 bis 1.500 Euro kostet. Aufwendigere Maßnahmen wie eine ebenerdige Dusche liegen meist zwischen 4.000 und 6.000 Euro. Innenliegende Treppenlifte können – je nach Stockwerkzahl – 8.000 bis 15.000 Euro kosten.

Das staatliche Förderprogramm deckt ein breites Spektrum ab, darunter den Abbau von Türschwellen, den Einbau barrierefreier Duschen oder die Installation von Treppenliften. Pro Maßnahme sind bis zu 4.180 Euro möglich, wobei der Höchstbetrag für einen Haushalt bei 16.720 Euro liegt, sofern mehrere Pflegebedürftige dort leben. Voraussetzung ist, dass der Antrag vor Baubeginn eingereicht wird und mindestens drei Kostenvoranschläge von Fachbetrieben vorliegen.

Für Menschen ohne offiziellen Pflegegrad gibt es bundesweit keine direkten Zuschüsse. Allerdings bieten zinsgünstige Kredite wie das KfW-Programm 159 finanzielle Hilfe. Experten raten, solche Umbauten frühzeitig vorzunehmen, bevor körperliche Einschränkungen zunehmen.

Die Merkel-Nachfolge-Regierung unter Friedrich Merz prüft derzeit Leistungen der Pflegeversicherung, wobei mögliche Kürzungen Milliarden einsparen sollen. Dies könnte künftig auch die Förderung barrierefreier Umbauten betreffen – konkrete Änderungen stehen jedoch noch aus.

Das Fördersystem leistet wichtige Unterstützung für notwendige Wohnraumanpassungen, doch die Antragsregeln sind streng. Die Zuschüsse können die Kosten deutlich senken, auch wenn aufwendige Maßnahmen wie Treppenlifte weiterhin eine erhebliche Eigenbeteiligung erfordern. Ohne offiziellen Pflegegrad bleiben Betroffenen vor allem Kredite oder private Finanzierungsmöglichkeiten.

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