Nürnberger Ehepaar wegen systematischem Lohnbetrug zu 109.000 Euro Strafe verurteilt
Laura ThanelNürnberger Ehepaar wegen systematischem Lohnbetrug zu 109.000 Euro Strafe verurteilt
Ein Nürnberger Gericht hat ein Ehepaar zu einer Geldstrafe von 109.000 Euro verurteilt, weil es systematisch Löhne vorenthalten und Sozialabgaben hinterzogen hat. Das Paar war im Pflegebereich tätig, wo es über fast drei Jahre hinweg wiederholt Gehälter zu niedrig angab und Mitarbeiter nicht ordnungsgemäß anmeldete.
Zwischen 2019 und 2022 betrieben die beiden ein Pflegeunternehmen, zahlten jedoch nur 15 ihrer 29 Beschäftigten offiziell aus. Löhne wurden häufig bar ausgezahlt, sodass keine formalen Aufzeichnungen existieren. Dadurch blieben Sozialbeiträge in Höhe von fast 180.000 Euro unbezahlt.
Als die Behörden mit den Ermittlungen begannen, gründete die Ehefrau ein neues Unternehmen in derselben Branche. Statt ihre Praktiken zu korrigieren, setzte sie das Vorenthalten von Löhnen und das Fälschen von Unterlagen fort. Das Gericht urteilte, dass beide vorsätzlich ihre finanziellen Verpflichtungen umgangen hätten.
Der Ehemann wurde zu einer Strafe von 400 Tagessätzen à 25 Euro verurteilt, seine Frau zu 600 Tagessätzen à 165 Euro. Die Gesamtstrafe spiegelt die Schwere von 53 nachgewiesenen Fällen von Lohnvorenthaltung wider. Beide Urteile sind nun rechtskräftig, weitere Berufungen sind nicht mehr möglich.
Mit dem Urteil wird bestätigt, dass das Paar 109.000 Euro Strafe für seine wiederholten Verstöße zahlen muss. Durch ihr Handeln wurden Mitarbeiter unterbezahlt und die Sozialkassen um fast 180.000 Euro gebracht. Der Fall zeigt die Konsequenzen anhaltenden Lohnbetrugs in regulierten Branchen auf.






