Neuköllns SPD setzt auf Janine Wolter als neue Bezirksbürgermeisterin trotz Social-Media-Kritik
Christina JunitzNeuköllns SPD setzt auf Janine Wolter als neue Bezirksbürgermeisterin trotz Social-Media-Kritik
Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel wird nach dem Verlust der Rückendeckung in seiner Partei zurücktreten. Die SPD hat Janine Wolter, die Bezirksstadträtin für Bildung, als seine Nachfolgerin nominiert. Ihre Kandidatur wurde später auf einem Parteitag bestätigt.
Im November hatte Hikel angekündigt, nicht erneut für das Amt kandidieren zu wollen. Diese Entscheidung folgte auf mangelnde Unterstützung aus den Reihen der eigenen Partei.
Die CDU-Fraktion in Neukölln äußerte daraufhin Bedenken hinsichtlich Wolters Aktivitäten in sozialen Medien. Sie reichte eine offizielle Anfrage ein, die eine Überprüfung ihrer Instagram-Beiträge zur Folge hatte. Dabei ging es um Inhalte eines politischen Influencers, der Israel kritisch gegenübersteht – konkret um die Abfangaktion der israelischen Marine gegen die „Global Sumud Flotilla“ im Oktober 2025.
Hikel erteilte Wolter eine förmliche Rüge und begründete dies damit, dass ihr Verhalten nicht die nötige Zurückhaltung und Neutralität zeige, die von einer Bezirksstadträtin erwartet werde. Wolter entgegnete, sie habe die Inhalte des Influencers vor dem Teilen nicht genau geprüft. Sie versicherte, sich künftig nicht mehr mit solchen Beiträgen zu befassen, und bekräftigte ihr Engagement für die Menschenrechte in Israel und Palästina.
Wolter bleibt die von der SPD favorisierte Kandidatin für die Leitung des Neuköllner Bezirksamts. Die Kontroverse hat ihre Online-Aktivitäten und deren Vereinbarkeit mit ihrer offiziellen Rolle in den Fokus gerückt. Die Partei setzt ihren Kurs nun mit ihr als designierter Nachfolgerin fort.
