Nach 80 Jahren: Geraubter Silbersalzstreuer kehrt zu Erben zurück
Ein von den Nationalsozialisten gestohlener Silbersalzstreuer ist nach 80 Jahren an die Nachkommen seines ursprünglichen Besitzers zurückgegeben worden. Der jüdische Kaufmann Adolf Hirsch wurde 1939 gezwungen, das Stück abzugeben, bevor er vier Jahre später im Ghetto Theresienstadt starb. Der Salzstreuer wird nun Teil einer Ausstellung über die Geschichte Landshuts zur Zeit des Nationalsozialismus sein.
1939 hatte Adolf Hirsch den Silbersalzstreuer unter nationalsozialistischem Zwang an das Münchner Leihamt übergeben müssen. Wie viele geraubte jüdische Besitzstücke wurden die meisten eingeschmolzen, um den Krieg zu finanzieren. Rund 350 Objekte, darunter auch dieser Salzstreuer, gelangten 1939/40 in den Besitz des Bayerischen Nationalmuseums.
Durch Provenienzforschung wurden später 111 Stücke für eine Rückgabe identifiziert, darunter der Salzstreuer (Inventarnummer 55). Miriam Landor, eine Nachfahrin von Hirsch, reiste aus Schottland an, um ihn entgegenzunehmen. Sie bezeichnete das Stück als ein "perfektes Symbol" jüdischer Kultur.
Landor übergab den Salzstreuer anschließend an Dr. Doris Danzer für die Ausstellung des LANDSHUTmuseums. Unter dem Titel "Landshut im Nationalsozialismus" wird sie am 27. Januar eröffnet. Der stellvertretende Bürgermeister Dr. Thomas Haslinger begrüßte Landors Besuch als einen bedeutenden Moment für die Stadt.
Der Salzstreuer wird öffentlich ausgestellt, um jüngere Generationen über die Verfolgung der jüdischen Gemeinde Landshuts aufzuklären. Seine Rückgabe ist das Ergebnis jahrzehntelanger Recherchen und markiert eines von 111 restituierten Objekten aus den Kriegsankäufen des Bayerischen Nationalmuseums.






