Mindestlohnerhöhung bedroht Existenz von 30 Prozent bayerischer Gastronomen bis 2027
Christina JunitzMindestlohnerhöhung bedroht Existenz von 30 Prozent bayerischer Gastronomen bis 2027
Bayerische Gastronomie warnt vor existenziellen Finanznöten durch Mindestlohnerhöhung
Die bayerische Gastronomiebranche schlägt Alarm: Bis 2027 könnten bis zu 30 Prozent der Bars, Restaurants und Hotels für immer schließen müssen, falls die Regierung keine weiteren Hilfen bereitstellt. Der Sektor, der bereits unter massivem Personalmangel leidet, sieht sich in den kommenden zwei Jahren mit Milliardenkosten durch höhere Löhne konfrontiert.
Die Regierung unter Ministerpräsident Markus Söder hat eine schrittweise Anhebung des Mindestlohns bestätigt: Ab dem 1. Januar 2026 steigt dieser auf 13,90 Euro pro Stunde, 2027 folgt eine weitere Erhöhung auf 14,60 Euro. Zwar profitieren bundesweit rund sechs Millionen Beschäftigte von den höheren Löhnen, doch für die Arbeitgeber bedeutet die Reform eine enorme Belastung.
Laut Dehoga Bayern, dem Landesverband der Hotellerie und Gastronomie, müssen die Betriebe 2026 zusätzliche Lohnkosten von 2,2 Milliarden Euro stemmen – 2027 steigt die Summe auf 3,4 Milliarden Euro. Besonders hart trifft es die Branche, die ohnehin schon mit einem schrumpfenden Arbeitsmarkt aufgrund des demografischen Wandels kämpft.
Der Verband fordert die Landesregierung zum raschen Handeln auf. In einem Vier-Punkte-Plan verlangt die Dehoga Bayern Steuersenkungen, Bürokratieabbau sowie eine Reduzierung des Mehrwertsteuersatzes auf Lebensmittel auf sieben Prozent. Ohne politische Gegenmaßnahmen drohten viele Betriebe, die Preise für Gäste deutlich anheben zu müssen, warnt der Verband.
Trotz der Herausforderungen betont die Branche, an Qualität und Servicestandards festhalten zu wollen.
Die geplanten Lohnerhöhungen gefährden das Überleben von fast einem Drittel der bayerischen Gastronomiebetriebe innerhalb der nächsten drei Jahre. Ohne gezielte Entlastungen müssen Inhaber stark steigende Kosten tragen – bei gleichzeitigem Wettbewerb um eine immer kleiner werdende Zahl an Fachkräften. Die Folgen könnten das gastronomische und touristische Gesicht der Region bis zum Ende des Jahrzehnts grundlegend verändern.