Meta sperrt Playboy-Facebook-Seite – Verlag klagt gegen Zensurvorwürfe
Christoph Koch IIMeta sperrt Playboy-Facebook-Seite – Verlag klagt gegen Zensurvorwürfe
Meta hat die offizielle Facebook-Seite des Playboy-Magazins dauerhaft gesperrt und dabei auf Verstöße gegen seine Richtlinien für erwachsenenorientierte Inhalte verwiesen. Der Verlag Kouneli Media hat nun rechtliche Schritte eingeleitet, um die Entscheidung anzufechten – nachdem alle Versuche, vom Technologiekonzern eine Stellungnahme zu erhalten, gescheitert sind.
Die Maßnahme wirft Fragen zur Pressefreiheit auf. Eine führende Medienorganisation unterstützt den Verlag in seinem Kampf gegen das Verbot.
Die deutsche Ausgabe des Playboy verlor den Zugang zu ihrer Facebook-Seite, nachdem Meta festgestellt hatte, dass sie gegen Gemeinschaftsstandards verstoßen habe. Das Unternehmen verwies auf seine Richtlinien zu "sexuell anspielendem Kontakt zwischen Erwachsenen" sowie zu "Nacktheit und sexueller Aktivität", benannte jedoch nicht konkret, welche Beiträge die Sperre ausgelöst hatten.
Kouneli Media fordert seit der ersten Sperrung Aufklärung und versuchte, das Problem im direkten Dialog zu lösen. Als diese Bemühungen scheiterten, reichte der Verlag Beschwerde bei der Bundesnetzagentur ein. Bisher liegt jedoch keine öffentliche Stellungnahme der Behörde vor.
Angesichts der ausbleibenden Fortschritte hat Kouneli Media nun eine Münchner Kanzlei beauftragt, um eine einstweilige Verfügung gegen Meta zu erwirken. Der Medienverband der freien Presse (MVFP) steht hinter dem Vorhaben und warnt, dass Metas Vorgehen ein gefährliches Präzedenzfall für Medienunternehmen auf sozialen Plattformen schaffen könnte.
Während des laufenden Rechtsstreits bleibt dem Playboy ein zentraler Kanal zur Leserschaft versperrt. Kouneli Media besteht weiterhin auf Transparenz von Meta bezüglich der Inhalte, die zur Sperre führten. Der Ausgang des Verfahrens könnte künftig beeinflussen, wie soziale Medien mit Accounts von Medienumunternehmen umgehen.






