Maskenskandal: Wie Fiege und das Gesundheitsministerium Milliardenversagen verschleppten
Christoph Koch IIMaskenskandal: Wie Fiege und das Gesundheitsministerium Milliardenversagen verschleppten
Ein neuer Bericht deckt gravierende Versäumnisse bei Deutschlands Maskendeals während der Pandemie auf – die Logistikfirma Fiege steht dabei in der schweren Kritik. Der Beratungsriese EY wirft dem Unternehmen vor, zentrale Aufgaben grob fahrlässig erledigt zu haben, was zu kostspieligen Verzögerungen und juristischen Auseinandersetzungen führte. Oppositionspolitiker fordern nun Konsequenzen vom Gesundheitsministerium und dem ehemaligen Minister Jens Spahn.
Während der COVID-19-Krise war Fiege mit der Beschaffung von Schutzmasken für die Bundesregierung beauftragt worden. Doch die Untersuchung von EY ergab, dass das Unternehmen bereits bei grundlegenden Abläufen scheiterte – etwa bei der Nachverfolgung von Lieferungen oder der Bereitstellung korrekter Daten. Die Pannen führten zu verzögerten Zahlungen an über 100 Lieferanten, die daraufhin Klage auf Milliardenbeträge wegen ausstehender Rechnungen gegen den Staat einreichten.
Die Grünen drängen auf Aufklärung und haben 90 Fragen zur Rolle Spahns in den Geschäften eingereicht. Die Antworten der Regierung blieben jedoch vage. Die grüne Bundestagsabgeordnete Paula Piechotta warf dem Gesundheitsministerium vor, über die Mängel bei Fiege bewusst getäuscht zu haben, und veröffentlichte ihre Vorwürfe auf X. Auch Dr. Janosch Dahmen, gesundheitspolitischer Sprecher der Grünen, kritisierte auf derselben Plattform das Krisenmanagement der Affäre.
Trotz klarer Warnungen von EY vor rechtlichen Risiken leitete das Ministerium keine Schritte gegen Fiege ein. Oppositionsführer sehen darin ein Zeichen dafür, dass politisch Verantwortliche keine Konsequenzen fürchten müssten.
Der Maskenskandal hat Lieferanten zurückgelassen, die Milliarden an Schadensersatz einklagen, während die Versäumnisse von Fiege bis heute ungesühnt bleiben. Da keine Entschädigungsansprüche geltend gemacht wurden und die Regierung ausweichend reagiert, hält die Opposition die Forderung nach Transparenz aufrecht. Im Mittelpunkt der Debatte steht nun, ob die Verantwortlichen für das Managementdebakel zur Rechenschaft gezogen werden.






