18 March 2026, 06:25

Kongress in Regensburg diskutiert Arbeitsmarktchancen für Menschen mit Behinderung und Migrationshintergrund

Plakat, das zeigt, dass Flüchtlinge Gebührenbefreiungen für über 1.000 Coursera-Kurse erhalten und an geführten Diskussionen teilnehmen können, mit mehreren Personen im Hintergrund, die Taschen tragen.

Kongress in Regensburg diskutiert Arbeitsmarktchancen für Menschen mit Behinderung und Migrationshintergrund

"Arbeit – aber wie?": Kongress in Regensburg lotet Berufschancen für Menschen mit Behinderung und Migrationshintergrund aus

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In Regensburg fand kürzlich ein Kongress unter dem Titel "Arbeit – aber wie?" statt, der sich mit den Berufsperspektiven von geflüchteten und migrierten Menschen mit Behinderung beschäftigte. Rund 80 Teilnehmer aus Verwaltung, Politik und Zivilgesellschaft trafen sich im Diözesanzentrum Obermünster, um in einen offenen Austausch zu treten, praktische Lösungsansätze vorzustellen und Erfolgsgeschichten gelungener Inklusion am Arbeitsmarkt zu präsentieren.

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Vertretern der bayerischen Staatsregierung sowie lokalen Politikern. Die Regierungsrätin Tanja Schweiger wies darauf hin, dass im Regierungsbezirk etwa 35.160 Menschen mit Behinderung leben, darunter rund 400 Kinder und junge Erwachsene unter 25 Jahren. Zudem verfügen fast 23.800 Einwohner nicht über einen deutschen Pass – wie viele von ihnen mit einer Behinderung leben, lässt sich aufgrund des Datenschutzes jedoch nicht genau beziffern.

Im Mittelpunkt der Diskussionen standen die zentralen Herausforderungen, vor denen Arbeitgeber bei der Integration von geflüchteten Menschen mit Behinderung in den Arbeitsmarkt stehen. Studien zufolge sind nur 45 Prozent der migrierten Menschen mit Behinderung erwerbstätig, während es bei nicht behinderten Migranten 71 Prozent sind. Als Hürden gelten unter anderem migrationsspezifische Zugangsbarrieren, begrenzte Rehabilitationsangebote und Schwierigkeiten bei der Inanspruchnahme von Integrationshilfen.

Die Teilnehmer betonten die Notwendigkeit, Bürokratie abzubauen, frühzeitige Unterstützung zu leisten und Betroffene durch Peer-Beratung zu stärken. Praxistaugliche Lösungen wie berufsorientierte Qualifizierungsmaßnahmen und der Ausbau beruflicher Netzwerke wurden ebenfalls hervorgehoben. Zoya Dimitrova, eine blinde Frau aus Bulgarien, berichtete von ihren persönlichen Erfahrungen und wie sie trotz Hindernissen eine Anstellung bei der Bundesagentur für Arbeit fand.

Als Fazit des Kongresses galt: Erfolgreiche Inklusion erfordert gesellschaftliche Offenheit, klare politische Rahmenbedingungen sowie konkrete Hilfestellungen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen.

Die Veranstaltung benannte konkrete Schritte, um die Beschäftigungschancen von Menschen mit Behinderung und Fluchterfahrung oder Migrationshintergrund zu verbessern. Zwar liegen keine genauen bundesweiten Zahlen vor, doch deuten die Daten auf erhebliche Teilhabelücken hin. Die Organisatoren unterstrichen, dass nur eine enge Zusammenarbeit von Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft aus den Diskussionen nachhaltige Veränderungen machen kann.

Quelle