25 June 2026, 18:17

Klimawandel setzt bayerische Tourismusbranche unter Druck – doch viele ignorieren die Warnsignale

Tourismus und Klimawandel: Chancen und Herausforderungen für Nachhaltigkeit

Klimawandel setzt bayerische Tourismusbranche unter Druck – doch viele ignorieren die Warnsignale

Bayerische Tourismusbranche unter Klimadruck

Der bayerische Tourismussektor, der im vergangenen Jahr rund 100 Millionen Übernachtungen verzeichnete, steht vor den Herausforderungen des Klimawandels. Eine neue Studie zeigt, wie Unternehmen auf Umweltprobleme und Nachhaltigkeitsanforderungen reagieren.

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Dr. Niklas Völkerning von der Universität Augsburg untersucht die Auswirkungen des Klimawandels auf bayerische Beherbergungsbetriebe. Seine Forschung legt offen, wie groß die Kluft zwischen den aktuellen Bemühungen und dem ehrgeizigen Ziel des Freistaats ist, bis 2030 klimaneutral zu werden.

Etwa 56 Prozent der befragten Betriebe geben an, keine negativen Folgen des Klimawandels zu spüren, während 14 Prozent sogar Vorteile wie längere Sommermonate erkennen. Viele kämpfen jedoch mit hohen Kosten, unklaren Vorschriften und begrenzten Kenntnissen über ihren CO₂-Fußabdruck. Pro Übernachtung entstehen derzeit durchschnittlich 14 Kilogramm CO₂.

Einige Anbieter haben bereits Maßnahmen ergriffen, etwa die Installation von Solaranlagen oder die Modernisierung von Heizsystemen. Doch nur 27 Betriebe gleichen ihre Emissionen aktiv aus – ohne dass sich dies auf die Buchungszahlen auswirkt. Entscheidend für Investitionen in Klimaschutz ist oft das Engagement der Führungsebene.

Trotz dieser Schritte hinkt die Branche hinter dem bayerischen Klimaschutzgesetz her. Rund 60 Prozent der Befragten sehen vor allem Politiker und Gäste in der Pflicht, die Nachhaltigkeit voranzutreiben.

Die Studie zeichnet ein gemischtes Bild aus Fortschritt und Zögerlichkeit. Viele Unternehmen kennen das Klimaneutralitätsziel für 2040 nicht einmal. Ohne klarere Vorgaben und stärkere Anreize könnte der Sektor künftige Anforderungen kaum erfüllen.

Quelle