Günther Jauch kauft Loriots historisches Anwesen am Starnberger See
Günther Jauch hat das historische Anwesen am Starnberger See erworben, das einst Vicco von Bülow gehörte – dem legendären Komiker, der unter dem Künstlernamen Loriot bekannt wurde. Der Kauf passt zu Jauchs Engagement für den Erhalt kultureller Denkmäler, zu denen auch das Marmorpalais in Potsdam zählt. Obwohl Loriot nur wenige seiner Werke dort drehte, verleiht seine Verbindung zum Haus dem Anwesen besondere Bedeutung.
Loriot, mit bürgerlichem Namen Bernhard Viktor Christoph Karl von Bülow, entstammte einer adligen mecklenburgischen Familie. Sein Künstlername leitete sich vom Pirol ab – auf Französisch Loriot –, der im Wappen seiner Familie abgebildet war.
In den 1950er-Jahren wurde Loriot mit humorvollen Büchern wie Anleitung zur richtigen Lebensführung und Reinhold das Nashorn – Ein Expertenratgeber für 20 erprobte Liebestrick berühmt. Später feierte er mit seinem scharfsinnigen Humor auch filmische Erfolge, darunter die beiden Produktionen Ödipussi (1988) und Pappa ante Portas (1991), in denen Evelyn Hamann an seiner Seite spielte.
Die Dreharbeiten zu Pappa ante Portas fanden an verschiedenen Orten statt. Die Szene im Speisezimmer der Familie Lohse – ohne Dieter Lohse – entstand in einem markanten Innenraum. Die Geburtstagsfeier von Renate Lohses Mutter wurde auf dem Ahlbecker Pier auf Usedom gedreht, während Heinrich Lohses Entlassung im Axel-Springer-Hochhaus in Berlin gefilmt wurde. Es gibt keine Hinweise darauf, dass Loriot jemals außerhalb Deutschlands drehte; der Großteil seines Schaffens blieb mit Bayern verbunden.
Jauchs Interesse an dem Anwesen am Starnberger See könnte in seiner Bewunderung für Loriots Humor begründet liegen. Zwar diente das Haus selten als Drehort, doch es besitzt persönlichen und historischen Wert. Jauchs frühere Restaurierung des Marmorpalais unterstreicht sein Engagement für den Erhalt kulturell bedeutender Stätten.
Mit dem Verkauf geht Loriots ehemaliges Domizil in die Hände eines Käufers über, der sich bereits als Bewahrer von Kulturgut einen Namen gemacht hat. Jauchs Pläne für das Anwesen sind noch nicht bekannt, doch die Verbindung zu einem der beliebtesten Komiker Deutschlands sichert dem Ort anhaltendes Interesse. Loriots Vermächtnis – von der Literatur bis zum Film – lebt weiter, weit über die Leinwand hinaus.