Grünen-Politiker Krause stoppt Münchens dritte Startbahn als neuer Oberbürgermeister
Laura ThanelGrünen-Politiker Krause stoppt Münchens dritte Startbahn als neuer Oberbürgermeister
Dominik Krause, Politiker der Grünen und Klimaschützer, ist mit 56,4 Prozent der Stimmen zum neuen Münchner Oberbürgermeister gewählt worden. Sein Sieg gegen den langjährigen Amtsinhaber Dieter Reiter markiert einen Wechsel an der Spitze der Stadt. Eine seiner ersten Herausforderungen wird das umstrittene Projekt einer dritten Startbahn am Flughafen München sein, das nun vor erheblichen politischen Hürden steht.
Mit Krauses Wahl erhält München eine entscheidende Stimme in der Zukunft des Flughafens. Die Stadt hält 23 Prozent der Anteile am Flughafen München, was ihr ein effektives Vetorecht bei zentralen Entscheidungen einräumt. Als Oberbürgermeister wird Krause München in der Gesellschafterversammlung vertreten und kann dort die Pläne für die dritte Startbahn blockieren – ein Projekt, das er bereits im Wahlkampf entschieden abgelehnt hatte.
Das Vorhaben sieht sich bereits auf Landesebene mit Verzögerungen konfrontiert. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat ein Moratorium für den Bau bis 2028 verhängt und damit die Arbeiten vorerst gestoppt. Zusammen mit Münchens Vetorecht entsteht so eine doppelte Blockade, die jeden Baubeginn verhindert.
Trotz dieser Hindernisse hat der Flughafen München kürzlich einen Antrag eingereicht, um die Aufnahme von Vorarbeiten bestätigen zu lassen – mit dem Ziel, die Baugenehmigungen nicht verfallen zu lassen. Zudem wies das Verwaltungsgericht im Juli 2025 rechtliche Klagen gegen die Genehmigung der Startbahn ab, sodass das Projekt formal weiter besteht. Unterdessen bleibt die Lufthansa ein vehementer Befürworter: Konzernchef Carsten Spohr drängt auf eine Kapazitätserweiterung in München.
Die Zukunft der dritten Startbahn ist damit ungewiss. Angesichts des Widerstands auf kommunaler und Landesebene können vor 2028 keine Bauarbeiten beginnen. Krauses Haltung und Münchens Vetorecht werden eine zentrale Rolle dabei spielen, ob das Projekt jemals realisiert wird.






