20 March 2026, 16:27

Gericht zwingt TikTok zu Änderungen bei Datenschutz und Meldefunktionen

Computerbildschirm mit der Anzeige "Diese verdeckte Website wurde beschlagnahmt" und Logo der niederländischen Polizei mit einem blauen Schild und einem weißen Stern.

Verbraucherzentrale: Gericht ordnet Änderungen bei TikTok an - Gericht zwingt TikTok zu Änderungen bei Datenschutz und Meldefunktionen

Ein bayerisches Gericht hat TikTok verpflichtet, die Benutzeroberfläche seiner App zu ändern – dies geht aus einer Klage von Verbraucherschützern hervor. Die Entscheidung betrifft insbesondere die algorithmusgesteuerten Empfehlungen der Plattform sowie die Meldung illegaler Inhalte durch Nutzer. Die Klage war vom Bayerischen Verbraucherschutzverband eingereicht worden, der argumentierte, dass die Standardeinstellungen von TikTok den Datenschutz der Nutzer unzureichend berücksichtigten.

Im Mittelpunkt des Verfahrens stand das Videovorschlagssystem von TikTok, das automatisch persönliche Daten analysiert, um Inhalte individuell anzupassen. Verbraucherschützer forderten, dass Nutzer die Möglichkeit erhalten müssen, sich einfach von der Profilbildung abzumelden und stattdessen nicht-personalisierte Inhalte zu erhalten. Das Oberlandesgericht Bamberg gab dieser Argumentation statt und urteilte, dass die aktuelle Gestaltung keine leicht zugängliche Option bietet, um das Tracking zu deaktivieren.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Kritik übte das Gericht auch an TikToks Verfahren zur Meldung illegaler Inhalte. Es stellte fest, dass der korrekte Meldeweg in einem Dropdown-Menü versteckt sei und Nutzer ihn nur schwer finden könnten. Folglich muss die Plattform ihre Benutzeroberfläche nun so umgestalten, dass sowohl die Einstellungen für Empfehlungen als auch die Meldefunktionen besser sichtbar sind.

Tatjana Halm, Leiterin des Bayerischen Verbraucherschutzverbands, bezeichnete das Urteil als bedeutenden Erfolg. Allerdings ist die Entscheidung noch nicht rechtskräftig, sodass weitere juristische Schritte möglich bleiben. Bis zum 20. März 2026 hat TikTok weder öffentlich zum Urteil Stellung genommen noch konkrete Änderungen an der App angekündigt.

Das Gericht verlangt von TikTok, die Steuerungsmöglichkeiten der Nutzer über ihre Daten sowie die Meldung schädlicher Inhalte zu überarbeiten. Die Plattform muss nun sicherstellen, dass Datenschutzeinstellungen und Meldeoptionen klar und leicht auffindbar sind. Bis das Urteil in Kraft tritt, bleibt ungewiss, welche genauen Auswirkungen es auf den Betrieb von TikTok haben wird.

Quelle