Söder sieht keine Bedrohung für die EVP-Feuersperre gegen die AfD nach Chat-Kontroverse - Geheime EVP-AfD-Absprachen: Wie ein Chat-Leak Brüssel erschüttert
Ein geleakter Chat hat geheime Absprachen zwischen der christdemokratischen EVP und der rechtsextremen AfD im Europäischen Parlament aufgedeckt. Die Enthüllung, die erstmals von der Deutschen Presse-Agentur (dpa) berichtet wurde, zeigt, wie die beiden Fraktionen bei der Ausarbeitung strengerer Migrationsgesetze zusammengearbeitet haben. Die Aufdeckung hat scharfe Kritik ausgelöst und die Debatte über politische Bündnisse in Brüssel neu entfacht.
Der Skandal nahm seinen Lauf, als die dpa Nachrichten vorlegte, die belegen, dass EVP-Mitglieder mit AfD-Vertretern an einem Gesetzesentwurf zur Migration gearbeitet hatten. Die Meldung sorgte umgehend für Empörung – Politiker hinterfragten die sonstige Haltung der EVP, die sich stets gegen eine Zusammenarbeit mit Rechtsextremen ausgesprochen hatte.
CSU-Chef Markus Söder nannte den Vorfall "ziefst beunruhigend". Er betonte, dass seine Partei gemeinsam mit der CDU an ihrer strikten "Brandmauer"-Politik festhalte, die jede Kooperation mit der AfD ausschließe. Söder verwies dabei auch auf eine Stellungnahme des CSU-Vizechefs und EVP-Fraktionsvorsitzenden Manfred Weber, der behauptete, von der Chatgruppe nichts gewusst zu haben.
Als Reaktion darauf gab Söder bekannt, Weber habe ihm persönlich versichert, dass sich solche Vorfälle nicht wiederholen würden. Der EVP-Chef kündigte zudem an, innerhalb der Fraktion schärfere Kontrollen einzuführen, um künftige Absprachen mit rechtsextremen Gruppen zu verhindern.
Bei dem Leak handelt es sich um den ersten bekannten Fall einer Zusammenarbeit zwischen EVP und AfD – bisher gab es keine Hinweise auf ähnliche Allianzen. Stand 2026 sind keine weiteren Details bekannt, wie die EVP mit den Folgen des Skandals umgehen will, über Webers Zusagen hinaus.
Der Fall setzt die EVP unter Druck, ihre Haltung zur Zusammenarbeit mit Rechtsextremen klarer zu definieren. Zwar hat Weber strengere Regeln angekündigt, doch CDU und CSU bekräftigten erneut ihre Weigerung, mit der AfD in Kontakt zu treten. Die Affäre wirft nun die Frage auf, wie die Migrationspolitik im Europäischen Parlament künftig gestaltet wird.