25 March 2026, 14:26

Gabor Steingart löst Streit über Werbung in Podcasts aus – ist die Kritik berechtigt?

Ein Mann im Anzug mit Brille spricht in ein Mikrofon, während zwei Kameramänner ihn aufnehmen.

Gabor Steingart löst Streit über Werbung in Podcasts aus – ist die Kritik berechtigt?

Medienkommentator Gabor Steingart hat eine Debatte über werbliche Moderatorenansagen in Podcasts ausgelöst. Er wirft Journalisten vor, die Grenze zwischen redaktionellen Inhalten und bezahlter Werbung zu verwischen, und verweist dabei auf Beispiele aus bekannten Formaten. Die Kritik stößt auf geteilte Reaktionen – manche halten seine Haltung für überzogen, andere verteidigen sie als prinzipientreu.

In seinem Morning Briefing-Podcast äußerte Steingart Bedenken und spielte Ausschnitte ab, in denen Prominente wie Anne Will, Lage der Nation, Verena Pausder und Lea-Sophie Cramer Produkte beworben. Besonders kritisierte er den OMR Podcast von Philipp Westermeyer wegen unklarer Werbekennzeichnung. Auf Nachfrage der Süddeutschen Zeitung nach konkreten Fällen lehnte Steingart jedoch eine nähere Stellungnahme ab.

Der Deutsche Presserat erklärte später, dass es keine Unterlagen zu Untersuchungen von Moderatorenwerbung gebe – entgegen Steingarts Behauptung. Sein eigenes Medium, The Pioneer, unterliegt nicht den freiwilligen Richtlinien des Rates und bewegt sich damit außerhalb dessen ethischen Rahmens. Branchenkenner weisen darauf hin, dass seit 2020 kein deutsches Medienhaus oder Podcast die Aufsicht des Presserats offiziell abgelehnt hat – wenn auch manche die Bürokratie, mangelnde digitale Relevanz oder interne Ethikregeln als Gründe für die Nichtteilnahme anführen.

Die Reaktionen auf Steingarts Kritik fallen höchst unterschiedlich aus. Dagmar Rosenfeld, Moderatorin von Machtwechsel, argumentiert, dass werbliche Moderatorenansagen in internationalen Qualitätsmedien üblich seien und ihren Podcast für Hörer kostenfrei hielten. Sie betont, dass in ihrer Sendung Werbung klar als solche gekennzeichnet und vom redaktionellen Inhalt getrennt werde. Andere Branchenvertreter weisen Steingarts Position als übertrieben zurück – die Bewertungen reichen von "wirr" bis "ehrenwert". Mittlerweile hat er angeboten, das Thema mit kritischen Journalisten zu diskutieren.

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Die Debatte zeigt die Spannungen zwischen redaktioneller Unabhängigkeit und kommerziellem Druck im Podcast-Bereich auf. Steingarts Kritik rückt Moderatorenwerbung in den Fokus, während sein eigenes Medium außerhalb der Kontrolle des Presserats bleibt. Vorerst bleibt die Branche damit beschäftigt, Finanzierungsmodelle und Transparenz in Einklang zu bringen – ohne dass sich kurzfristig regulatorische Änderungen abzeichnen.

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