Fendt erwartet Markterholung erst ab 2027 – chinesische Konkurrenz drängt
Maren WeihmannFendt erwartet Markterholung erst ab 2027 – chinesische Konkurrenz drängt
Fendt, ein führender Hersteller von Agrartechnik, hat seine Einschätzung zur Zukunft der Branche dargelegt. Unternehmenschef Christoph Gröblinghoff rechnet frühestens ab 2027 mit einer spürbaren Erholung des Marktes. Gleichzeitig bereitet sich das Unternehmen auf verschärften Wettbewerb vor – insbesondere durch chinesische Anbieter, die mit günstigen Produkten in den Sektor drängen.
Laut Gröblinghoff steht die Agrartechnik-Branche weiterhin vor großen Herausforderungen. Er warnte, dass einige europäische Hersteller in den kommenden Jahren um ihr Überleben kämpfen könnten, da chinesische Konkurrenten mit Dumpingpreisen den Markt unter Druck setzen. Bis 2027 erwartet Fendt lediglich ein moderates Wachstum des europäischen Traktormarktes um etwa 6 Prozent auf rund 156.000 bis 157.000 Einheiten.
Um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, setzt Fendt stark auf Automatisierung und Robotik. Humanoide Roboter könnten künftig eine größere Rolle in der Produktion übernehmen und die Effizienz steigern. Gleichzeitig bleibt das Unternehmen auf große, leistungsstarke Maschinen fokussiert, die speziell auf professionelle Landwirte in Europa zugeschnitten sind.
Trotz stark gestiegener Energiekosten – Fendt zahlt mit 20 Cent pro Kilowattstunde die höchsten Strompreise aller AGCO-Standorte in Europa – expandiert die Marke in Nord- und Südamerika. Das Werk in Marktoberdorf bleibt dabei das zentrale Entwicklungs- und Produktionszentrum für Radtraktoren. 2023 verkaufte Fendt weltweit rund 74.000 Traktoren.
Langfristig prognostiziert Gröblinghoff, dass innerhalb eines Jahrzehnts neue asiatische Marken – vor allem aus China – auf den Markt drängen werden, von denen viele heute noch unbekannt sind.
Fendts Strategie basiert auf Innovation und globaler Expansion, um der wachsenden Konkurrenz zu begegnen. Das Unternehmen rechnet mit einer langsamen Markterholung ab 2027, während chinesische Wettbewerber die Branche umkrempeln dürften. Kurzfristig stehen Effizienzsteigerungen und Hochleistungsmaschinen im Mittelpunkt.






