Eskalation bei der Berliner Zeitung: Verleger attackiert Journalisten nach Chefreporterin-Abgang
Christina JunitzEskalation bei der Berliner Zeitung: Verleger attackiert Journalisten nach Chefreporterin-Abgang
Ein öffentlicher Streit ist zwischen Holger Friedrich, Verleger der Berliner Zeitung, und dem Journalisten Franz Sommerfeld entbrannt. Im Mittelpunkt steht die jüngste Kritik an der politischen Ausrichtung der Zeitung nach dem Abschied der Chefreporterin Anja Reich-Osang. Friedrich hat nun mit einer scharf formulierten persönlichen Stellungnahme kontert.
Sommerfelds Äußerungen veranlassten Friedrich, Medien vorzuwerfen, irreführende Behauptungen zu verbreiten und unkritisch zu berichten. Der Konflikt eskalierte, nachdem Anja Reich-Osang, die langjährige Chefreporterin der Berliner Zeitung, die Redaktion nach drei Jahrzehnten verlassen hatte. Franz Sommerfeld kritisierte daraufhin die politische Haltung der Zeitung in ihrer Abwesenheit. Seine Kommentare provozierten eine harte Reaktion Friedrichs, der sie als "Unsinn" zurückwies und warnte, sie könnten den Mitarbeitenden schaden.
Friedrich ging in seiner Antwort noch weiter und prangerte einen "erfundenen Text" über seine Ehefrau an. Zudem warf er dem Medienfachblatt kress vor, einseitig zu berichten. Er behauptete, der Autor habe Sommerfelds Behauptungen ungeprüft übernommen. Trotz der Kritik blieb Friedrich bei seiner Haltung und betonte, er werde seinen Artikel nicht ändern. Gleichzeitig fragte er, warum eine interne Personalangelegenheit öffentlich zur Schau gestellt werde.
Bemerkenswerterweise machte Friedrich in seiner ersten Reaktion nicht deutlich, dass die Kritik direkt von Sommerfeld und nicht von der Berliner Zeitung selbst stammte. Stattdessen richtete sich sein Ärger gegen die allgemeine Medienberichterstattung und forderte die Beteiligten auf, über ihre eigenen Standards nachzudenken.
Die Auseinandersetzung hat Spannungen über die redaktionelle Linie und Medienethik offenbart. Friedrichs Weigerung, seine Aussagen zurückzunehmen, deutet darauf hin, dass der Streit kaum schnell beigelegt wird. Die Berliner Zeitung steht unterdessen weiter in der Kritik – sowohl wegen des Umgangs mit internen Veränderungen als auch wegen der öffentlichen Auseinandersetzung.






