25 June 2026, 14:21

Entwicklungspolitik in der Kritik: NGOs fordern radikale Kurskorrektur von der Bundesregierung

Hilfsorganisationen kritisieren fehlende Strategie

Entwicklungspolitik in der Kritik: NGOs fordern radikale Kurskorrektur von der Bundesregierung

Zwei führende deutsche Nichtregierungsorganisationen haben ihre jährliche Bewertung der Entwicklungspolitik des Landes vorgestellt. Welthungerhilfe und Terre des Hommes äußerten Bedenken gegenüber den aktuellen Reformplänen und forderten dringende Kurskorrekturen. In ihrem Bericht verweisen sie auf wachsende Herausforderungen durch Krisen, Kriege und den Klimawandel.

Mathias Mogge, Generalsekretär der Welthungerhilfe, und Joshua Hofert von Terre des Hommes präsentierten am Mittwoch ihre Erkenntnisse. Zwar begrüßten sie die Neuausrichtung der Entwicklungspolitik durch die Bundesregierung, kritisierten jedoch das Fehlen einer klaren Strategie. Die Organisationen warnten, dass der zunehmende globale Druck die Entwicklungsarbeit immer stärker belastet.

Die NGOs forderten eine deutliche Aufstockung der Mittel für humanitäre Hilfe. Sie schlagen vor, das Budget im nächsten Haushaltsjahr von einer Milliarde auf 2,8 Milliarden Euro zu erhöhen. Mogge betonte, dass die Gelder sowohl für akute Krisenbewältigung als auch für langfristige Prävention eingesetzt werden müssten.

Der Bericht thematisiert zudem die zunehmende Politisierung von Entwicklungshilfe. Diese Entwicklung gefährde die Grundsätze der Neutralität, Unabhängigkeit und bedarfsorientierten Unterstützung, heißt es darin. Beide Vertreter bestanden darauf, dass Reformen nicht allein von Berlin aus gesteuert werden dürften, sondern Partnerländer, lokale Zivilgesellschaft und junge Menschen substanziel einbeziehen müssten.

Mogge ergänzte, dass die Reform die Qualität der Hilfe vor Quantität stellen solle. Er forderte weniger Bürokratie und mehr Handlungsspielraum für zivilgesellschaftliche Akteure. Die NGOs riefen das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zudem auf, die Zivilgesellschaft aktiv in die Gestaltung der Veränderungen einzubinden.

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Die Bundesregierung sieht sich damit konfrontiert, eigene Interessen mit denen der Partnerländer in der wirtschaftlichen Zusammenarbeit in Einklang zu bringen. Die NGOs machten deutlich, dass erfolgreiche Reformen eine breitere Teilhabe und eine stärkere Ausrichtung an humanitären Bedürfnissen erfordern. Ihre Vorschläge zielen darauf ab, die Entwicklungspolitik auch angesichts wachsender globaler Instabilität wirksam zu gestalten.

Quelle