Ehrenmedaille für AfD-Mitglied Genniges löst Streit in Oberfranken aus
Christoph Koch IIEhrenmedaille für AfD-Mitglied Genniges löst Streit in Oberfranken aus
Eine Debatte ist über die Verleihung der Silbernen Ehrenmedaille an Michael Genniges in Oberfranken entbrannt. Das Bündnis gegen Rechtsextremismus in der Metropolregion Nürnberg fordert die Aberkennung der Auszeichnung. Der Kreistag wird im Juli über den Fall entscheiden.
Genniges erhielt die Ehrung für sein kulturelles und soziales Engagement. Als Vorsitzender der Deutsch-Israelischen Gesellschaft in Bamberg setzte er sich gegen Antisemitismus ein und organisierte zahlreiche Lesungen und Veranstaltungen, die die Stadt zu einem kulturellen Zentrum machten.
Genniges ist jedoch ein prominentes Mitglied der rechtspopulistischen AfD. Bis 2026 führte er deren Fraktion im Bamberger Kreistag an. Trotz dieser Zugehörigkeit fand seine Nominierung im November 2025 im von der CSU dominierten Gremium breite Unterstützung.
Henry Schramm, das CSU-Mitglied, das die Auszeichnung überreichte, bereut die Entscheidung inzwischen. Er hinterfragt seine damalige Stimme nun selbstkritisch. Das Bündnis gegen Rechtsextremismus argumentiert, dass Genniges’ politische Verstrickungen ihn für öffentliche Ehrungen disqualifizieren.
Der Kreistag wird im Juli darüber abstimmen, ob die Medaille entzogen wird. Das Ergebnis wird entscheiden, ob Genniges die Auszeichnung behalten darf. Der Fall zeigt die Spannung zwischen seinen kulturellen Verdiensten und seinen politischen Verbindungen auf.






