Die Linke wählt neue Führung – doch innerparteiliche Gräben bleiben
Christina JunitzDie Linke wählt neue Führung – doch innerparteiliche Gräben bleiben
Die Linke hat auf einer dreitägigen Konferenz in Potsdam ihre neue Führung gewählt. Die Delegierten setzten sich dabei auch mit tiefen Spaltungen über die Haltung der Partei zu Israel und dessen Vorgehen im Gazakrieg auseinander. Die Veranstaltung sollte die künftige Ausrichtung der Partei vor den anstehenden Landtagswahlen in Ostdeutschland prägen.
Ines Schwerdtner wurde mit etwa 86 Prozent der Stimmen als Parteivorsitzende wiedergewählt. Das Amt übernahm sie erstmals 2024, damals mit rund 80 Prozent Zustimmung. Sowohl sie als auch ihr Mitvorsitzender standen bei dieser Wahl ohne Gegenkandidaten zur Abstimmung.
Luigi Pantisano sicherte sich die zweite Vorsitzposition mit knapp über 53 Prozent der Stimmen. Er löst Jan van Aken ab, der aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr kandidierte. Die Wahl der Führung fand vor dem Hintergrund interner Uneinigkeit über die Position der Partei zum Gaza-Konflikt statt.
Die Delegierten einigten sich schließlich auf einen Kompromiss und bezeichneten das Vorgehen Israels im Gazakrieg offiziell als Völkermord. Die Debatte zeigte, wie sehr die Partei darum ringt, in außenpolitischen Fragen geschlossen aufzutreten. Die Linke geht mit einer erneuerten Führung in die anstehenden Landtagswahlen – ihre Rolle könnte bei der Regierungsbildung in Ostdeutschland entscheidend sein. Gleichzeitig wurde auf der Konferenz deutlich, dass die innerparteilichen Spannungen über die politische Haltung zu internationalen Konflikten weiter bestehen.






