Darmbakterien stärken Immunabwehr gegen Krebs – bahnbrechende Entdeckung
Christoph Koch IIDarmbakterien stärken Immunabwehr gegen Krebs – bahnbrechende Entdeckung
Forscher haben einen neuen Weg entdeckt, um die körpereigene Abwehr gegen Tumore zu stärken. Ihre Studie zeigt, dass bestimmte bakterielle Stoffwechselprodukte die Fähigkeit von Immunzellen verbessern können, Krebszellen zu zerstören. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin Nature Communications veröffentlicht.
Im menschlichen Darm leben etwa 100 Billionen Bakterien aus Tausenden von Arten. Diese Mikroorganismen beeinflussen zahlreiche Körperfunktionen, darunter auch das Immunsystem. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass kurzkettrige Fettsäuren wie Butyrat und Pentanoat die zytotoxische Aktivität von CD8-T-Zellen steigern können – einer Art von Immunzellen, die gezielt Tumore angreifen.
Das Bakterium Megasphaera massiliensis spielt dabei eine zentrale Rolle, da es Pentanoat produziert. In Experimenten verbesserte die Behandlung mit dieser Fettsäure die Fähigkeit tumorspezifischer T-Zellen, feste Tumormodelle zu bekämpfen. Dies deutet darauf hin, dass Therapien wie CAR-T-Zellen, bei denen genetisch veränderte Immunzellen eingesetzt werden, in Kombination mit solchen Fettsäuren noch wirksamer werden könnten.
An der Studie war ein Team unter Beteiligung von Professor Alexander Visekruna vom Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene der Philipps-Universität Marburg beteiligt. Die Entdeckung wurde von Dr. Maik Luu geleitet, einem Postdoktoranden im Labor von Professor Michael Hudecek.
Die Forschung unterstreicht den direkten Zusammenhang zwischen Darmbakterien und Krebstherapien. Kurzkettrige Fettsäuren wie Pentanoat könnten einen neuen Ansatz bieten, um immunbasierte Behandlungen zu optimieren. Die Arbeit des Teams ebnet den Weg für weitere Untersuchungen zu mikrobioomgestützten Tumortherapien.






