CDU-Politiker berührt AfD-Kandidaten – ein Foto erschüttert die Republik
Christoph Koch IICDU-Politiker berührt AfD-Kandidaten – ein Foto erschüttert die Republik
Deutschlands politische Landschaft verschiebt sich, während etablierte Parteien mit dem Aufstieg der AfD hadern. Ein aktuelles Foto, das einen CDU-Politiker in einer Interaktion mit einem AfD-Kandidaten zeigt, hat eine Debatte ausgelöst. Der Vorfall unterstreicht die wachsenden Risse in der langjährigen Ausgrenzung der rechtspopulistischen Partei.
Die Szene spielte sich während einer Podiumsdiskussion in Sachsen-Anhalt ab. Guido Heuer, Fraktionschef der CDU im Landtag, war mit der Hand auf der Schulter von Ulrich Siegmund zu sehen, dem Spitzenkandidaten der AfD. Beide hatten sich wegen eines defekten Mikrofons zugeneigt – doch das Bild allein löste in Berlins Politikbetrieben Erschütterung aus.
Das Foto wird weithin als symbolischer Bruch der „Quarantäne“ gegen die AfD gewertet. Jahrelang hatten sich die demokratischen Parteien geweigert, mit der Partei in Kontakt zu treten, sie als extremistisch gebrandmarkt und ihre Mitglieder ausgegrenzt. Doch diese Strategie wirkt zunehmend ausgereizt. Selbst Beobachtungsversuche durch den Verfassungsschutz und bürokratische Maßnahmen zur Eindämmung der AfD zeigten kaum Wirkung.
Die öffentliche Meinung scheint sich zu wandeln. Eine aktuelle Umfrage sieht die AfD bei 29 Prozent – und damit als stärkste Kraft in Deutschland. In Sachsen-Anhalt ist bei der Landtagswahl am 6. September sogar eine absolute Mehrheit der AfD denkbar. Unterdessen kritisierte ZDF-Moderator Markus Lanz die demonstrative Ablehnung von AfD-Politikern durch andere Politiker als heuchlerisch.
Der politische „Brandschutz“ gegen die AfD bröckelt. Bezeichnungen wie „braune Partei“ oder „Nazi-Partei“ verlieren an Schlagkraft. Angesichts des Scheiterns traditioneller Gegenstrategien wird der wachsende Einfluss der AfD immer schwerer zu ignorieren.






