Cadolzburg kämpft mit Millionenloch: Sparpaket und Gebührenerhöhungen geplant
Maren WeihmannCadolzburg kämpft mit Millionenloch: Sparpaket und Gebührenerhöhungen geplant
Cadolzburg steht vor einer schweren Haushaltskrise
Die Stadt Cadolzburg sieht sich einer ernsten finanziellen Herausforderung gegenüber: Sinkende Gewerbesteuereinnahmen und steigende Kosten treiben die Kommune in eine Haushaltskrise. Sollte keine Gegenmaßnahme ergriffen werden, droht bis 2026 ein Fehlbetrag zwischen 12,4 und 17,1 Millionen Euro. Nun prüfen die Verantwortlichen ein Bündel aus Ausgabenkürzungen, Gebührenerhöhungen und Effizienzmaßnahmen, um die Finanzen zu stabilisieren.
Die angespannte Haushaltslage hat mehrere Ursachen. Während die Einnahmen aus der Gewerbesteuer zurückgehen, steigen die Transferzahlungen und Materialkosten weiter an. Um eine Liquiditätsreserve von fünf Millionen Euro zu halten, müssen in den kommenden Jahren Einsparungen zwischen sieben und elf Millionen Euro erzielt werden.
Geplant sind unter anderem Gebührenerhöhungen in verschiedenen Bereichen. Bürger könnten künftig eine jährliche Nutzungsgebühr für die Bibliothek entrichten und einen Kostenbeitrag für Mahlzeiten in Kindertageseinrichtungen leisten. Weitere geplante Anpassungen betreffen die Hundesteuer, Friedhofsgebühren, Verwaltungsleistungen sowie die Nutzung städtischer Immobilien.
Intern setzt Cadolzburg auf strengere Abrechnungen bei öffentlichen Bauvorhaben, zentralisierte Beschaffung und schärfere Kontrollen bei freiwilligen Ausgaben. Die Verantwortlichen betonen, dass alle Änderungen rechtlich einwandfrei bleiben und die Servicequalität nicht beeinträchtigt wird.
Falls die lokalen Maßnahmen nicht ausreichen, könnte die Stadt beim Freistaat Bayern Stabilisierungshilfen beantragen. Ein früherer Zuschuss in Höhe von 1,2 Millionen Euro im Jahr 2017 hatte bereits vorübergehend Entlastung gebracht – ein weiterer Antrag wäre denkbar, sollte es nötig werden.
Cadolzburgs Strategie kombiniert Sparmaßnahmen, Einnahmensteigerungen und operative Verbesserungen. Ziel ist es, tiefere Defizite zu vermeiden und gleichzeitig die wichtigsten Leistungen aufrechtzuerhalten. Die anstehenden Entscheidungen zu neuen Gebühren und möglichen Hilfsanträgen werden den finanziellen Kurs der Stadt in den kommenden Jahren prägen.






