BMW-Chef Zipse warnt vor EU-Zöllen auf chinesische Elektroautos als Bumerang-Effekt
Christoph Koch IIBMW-Chef Zipse warnt vor EU-Zöllen auf chinesische Elektroautos als Bumerang-Effekt
BMW-Chef Oliver Zipse hat die Pläne der EU scharf kritisiert, hohe Zölle auf in China hergestellte Elektroautos zu erheben. Der 60-jährige Manager warnte, dass dieser Schritt europäischen Automobilherstellern – einschließlich seines eigenen Konzerns – schaden könnte. Die vorgeschlagenen Abgaben in Höhe von 37,6 Prozent könnten für einige Hersteller zwar noch gesenkt werden.
Die Europäische Kommission prüft derzeit einen ermäßigten Zollsatz von 20,8 Prozent für Unternehmen, die mit ihren Ermittlungen kooperieren. Davon könnten die BMW Group sowie VWs Marke Cupra profitieren, die den elektrischen Crossover Tavascan in China fertigt. Diese niedrigere Rate würde die finanzielle Belastung für Importe verringern.
Zipse argumentierte, die Zölle würden sich als Bumerang erweisen, da europäische Autobauer – darunter auch BMW – stark von der Produktion in China abhängen. Modelle wie der iX3, der MINI Cooper E/SE und der MINI Aceman werden derzeit in China für den europäischen Markt gefertigt. Ab 2026 sollen jedoch der elektrische MINI Cooper und der Aceman im Vereinigten Königreich produziert werden, wodurch Importzölle vollständig umgangen werden.
Der Vorstandsvorsitzende warnte zudem, dass höhere Kosten den Umstieg auf Elektrofahrzeuge verlangsamen würden. Weniger erschwingliche Optionen, so Zipse, würden die Auswahl für Verbraucher einschränken und die Bemühungen zur Reduzierung der CO₂-Emissionen verzögern.
Die endgültige Entscheidung der EU über die Zölle steht noch aus; eine abschließende Regelung wird in Kürze erwartet. Falls die Abgaben eingeführt werden, könnten sie den Markt für chinesische Elektroautos in Europa grundlegend verändern. BMW und andere Hersteller werden die Entwicklungen genau beobachten, da sie möglicherweise ihre Produktionsstrategien und Preispolitik anpassen müssen.






