13 March 2026, 16:53

Berliner Staatsoper 2026/27: Sechs Neuproduktionen zwischen Tradition und Beethoven-Jubiläum

Ein Vintage-Plakat, das die Oper "Wien, du Stadt Meiner Träume" von Rudolf Sieczynski ankündigt, mit einer Stadtlandschaft im Hintergrund und beschreibendem Text.

Was die Staatsoper für die nächste Saison plant - Berliner Staatsoper 2026/27: Sechs Neuproduktionen zwischen Tradition und Beethoven-Jubiläum

Die Berliner Staatsoper Unter den Linden hat ihr Spielplan für die Saison 2026/27 vorgestellt, der sechs Neuproduktionen umfasst. Fünf dieser Werke stammen von Komponisten, die vor 1900 tätig waren – einzig Richard Strauss' Salome bildet hier eine Ausnahme. Zudem wird die Spielzeit an den 200. Todestag Ludwig van Beethovens mit einer besonderen Aufführung seiner Neunten Sinfonie erinnern.

Den Auftakt bildet Ende September Gaspare Spontinis La Vestale unter der Leitung von Christian Thielemann. Das Programm setzt damit einen klaren Schwerpunkt auf klassische Werke, darunter Mozarts Die Entführung aus dem Serail (1782) und Le nozze di Figaro (1786), Glucks Orfeo ed Euridice (1762) sowie Verdis Rigoletto (1851). Thielemann setzte sich persönlich für die Aufnahme von Engelbert Humperdincks selten gespielten Königskindern ein, was dem Spielplan eine besondere Note verleiht.

Die Ankündigung erfolgt vor dem Hintergrund einer jüngst aufgekommenen öffentlichen Debatte, nachdem Schauspieler Timothée Chalamet Äußerungen über die Oper gemacht hatte, die weltweit Reaktionen von Opernhäusern auslösten. Thielemann lud Chalamet sogar ein, eine Vorstellung von Tristan zu besuchen. Intendantin Elisabeth Sobotka begrüßte das Engagement und betonte, dass Oper das Publikum tief berühren und begeistern könne.

Über Berlin hinaus wird das Ensemble mit Gastspielen auf Tournee gehen, darunter eine Vorstellung in Shanghai sowie weitere Auftritte in Japan und Taiwan.

Die Saison 2026/27 verbindet historische Werke mit einem einzigen Stück des 20. Jahrhunderts und unterstreicht damit die Verbundenheit der Staatsoper mit der Tradition. Beethovens Neunte Sinfonie wird den Todestag des Komponisten würdigen, während internationale Gastspiele die globale Präsenz des Hauses stärken. Das Programm erscheint zudem zu einer Zeit, in der das öffentliche Interesse an der Oper durch aktuelle kulturelle Diskussionen neu belebt wurde.

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