19 April 2026, 14:29

Becherpflanze: Robuste Alternative zu Mais mit ökologischen Vorteilen

Graphik, die die Stromerzeugung aus Biomasse von 2021 bis 2022 zeigt, mit begleitendem Erläuterungstext.

Viele Maisfelder - Aber eine andere Pflanze könnte Vorteile haben - Becherpflanze: Robuste Alternative zu Mais mit ökologischen Vorteilen

Durchhaltekraft aus der Natur: Die Becherpflanze als Alternative zum Maisanbau in Bayern

Während in Bayern die Ernte von Maissilage in vollem Gange ist, rücken Forscher eine robuste Alternative in den Fokus: die Becherpflanze (Silphium perfoliatum). Die hochwachsende, tiefwurzelnde Kulturpflanze bietet Vorteile für die Bodengesundheit und die Energiegewinnung – doch im Vergleich zum klassischen Maisanbau fristet sie noch ein Nischendasein.

Ursprünglich aus Nordamerika stammend, kann die Becherpflanze bis zu drei Meter hoch werden. Anders als Mais muss sie nicht jährlich neu ausgesät werden, was Bodenerosion im Herbst und Winter vorbeugt. Ihr ausgedehntes Wurzelsystem erschließt tiefere Wasser- und Nährstoffreserven und fördert so die Aktivität von Bodenmikroorganismen.

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Eine Langzeitstudie der Universität Bayreuth zeigt, dass die Becherpflanze Trockenheit besser verkraftet als Mais. Ab dem zweiten Standjahr liefert sie zudem höhere Biomasseerträge. Ein weiterer Pluspunkt: Ihre Stickstoffeffizienz reduziert die Nitratauswaschung ins Grundwasser um bis zu 99 Prozent im Vergleich zu Mais.

Trotz dieser Vorzüge wurde die Becherpflanze im vergangenen Jahr in Bayern nur auf etwa 2.647 Hektar angebaut – ein karger Kontrast zu den 402.300 Hektar Maissilage, die als Tierfutter oder für die Biogasproduktion genutzt werden. Forscher der Universität Bayreuth bezeichnen sie zwar als vielversprechende Energiepflanze, warnen in einer für Februar 2024 geplanten Studie jedoch vor möglichem invasivem Verhalten.

Die Widerstandsfähigkeit und ökologischen Vorteile der Becherpflanze machen sie zu einer starken Konkurrentin des Maises. Doch ihre begrenzte Verbreitung und potenzielle Risiken als Neophyt erfordern weitere Untersuchungen. Angesichts wachsender Herausforderungen in Energiegewinnung und Bodenschutz dürften Landwirte und Politiker diese Aspekte künftig genau abwägen.

Quelle