Bayern plant milliardenschweren Microsoft-Deal ohne Ausschreibung und löst Kritik aus
Christoph Koch IIBayern plant milliardenschweren Microsoft-Deal ohne Ausschreibung und löst Kritik aus
Bayern treibt umstrittenen IT-Großauftrag mit Microsoft voran
Bayern plant einen milliardenschweren IT-Vertrag, der Microsoft mit der Bereitstellung von Software für Städte und Kommunen im Freistaat beauftragen soll. Kritiker werfen der Staatsregierung Intransparenz vor und warnen vor jährlichen Kosten von bis zu 200 Millionen Euro für die Steuerzahler. Die Vereinbarung sorgt insbesondere bei lokalen IT-Unternehmen und Open-Source-Anbietern für Aufsehen.
Der geplante Vertrag umfasst die Lieferung von Microsoft 365 E5 – inklusive der Kollaborationsplattform Teams – an bayerische Gemeinden. Die Unterzeichnung soll noch vor Jahresende erfolgen, mit geschätzten Gesamtkosten von knapp einer Milliarde Euro über fünf Jahre. Eine Ausschreibung fand nicht statt, was Fragen nach Wettbewerbsgerechtigkeit und Wirtschaftlichkeit aufwirft.
Lokale IT-Firmen und Befürworter freier Software lehnen das Vorhaben vehement ab. Sie argumentieren, dass öffentliche Gelder nicht ohne transparenten Vergabewettbewerb an einen US-Konzern fließen dürften. Die fehlende detaillierte Kostenaufschlüsselung in den zugänglichen Dokumenten verschärft die Kritik zusätzlich.
Der Deal fällt in eine Phase zunehmender Spannungen zwischen europäischen Behörden und amerikanischen Tech-Konzernen. Seit Beginn von Donald Trumps zweiter Amtszeit haben sich Konflikte um Datenschutz, Marktmacht und Sanktionen zugespitzt. Gleichzeitig setzen andere öffentliche Einrichtungen wie der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag vermehrt auf Open-Source-Alternativen wie OpenDesk, um US-Restriktionen zu umgehen.
Für Microsoft bedeutet der bayerische Auftrag einen bedeutenden neuen Einnahmequellen. Er könnte aktuelle finanzielle Rückschläge ausgleichen und die Position des Unternehmens im europäischen öffentlichen Sektor weiter stärken.
Wird der Vertrag wie geplant umgesetzt, bindet er Bayern langfristig an Microsoft. Die Steuerzahler müssten mit jährlichen Ausgaben von über 200 Millionen Euro rechnen – ohne dass ernsthafte Alternativen geprüft wurden. Die Entscheidung könnte zudem Signalwirkung für andere europäische Regionen haben, die vor ähnlichen Großaufträgen in der IT-Beschaffung stehen.






