Bayerisches Schienennetz vor dem Kollaps: Bahn warnt vor jahrelangen Sanierungen und Streichungen
Maren WeihmannMarode Bahn: Zugstreichungen in der Diskussion - Bayerisches Schienennetz vor dem Kollaps: Bahn warnt vor jahrelangen Sanierungen und Streichungen
Bayerisches Schienennetz: Jahre der Verspätungen und mögliche Streichungen durch jahrelange Vernachlässigung
Die Deutsche Bahn warnt, dass die Sanierung des bayerischen Schienennetzes ein Jahrzehnt dauern könnte, während die Landesregierung größere Einschränkungen ablehnt. Verkehrsverantwortliche und Politiker debattieren nun, wie die Krise zu bewältigen ist.
Die Probleme wurden nach einem nicht öffentlichen Treffen zwischen Bahnchefin Evelyn Palla und Landespolitikern bekannt. Palla bestätigte, dass die Instandsetzung der bayerischen Schieneninfrastruktur etwa zehn Jahre in Anspruch nehmen werde. Jahrzehntelange Unterinvestitionen ließen sich nicht innerhalb weniger Jahre ausgleichen, erklärte sie.
Der Bahnkonzern erwägt nun, Zugverbindungen in der Region einzustellen. Aufgrund des maroden Gleiszustands wird über Kapazitätsreduzierungen diskutiert, um Reparaturen zu ermöglichen. Die DB-Tochter DB Infrago schlug vor, die Regeln für die Gleisvergabe anzupassen, um Qualität und Nachfrage in Einklang zu bringen.
Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) lehnt radikale Maßnahmen ab. Er schloss eine monatelange Sperrung der Strecke München–Rosenheim im Jahr 2028 aus – ein Vorschlag, den die Deutsche Bahn eingebracht hatte. Konkrete Pläne, wie viele Züge möglicherweise gestrichen werden, nannte Bernreiter nicht.
Der CSU-Verkehrsexperte Jürgen Baumgärtner berichtete im Landtag über Details des Treffens. Unterdessen fordert die Grünen-Fraktion die Staatsregierung auf, die Mittel für das Schienennetz aufzustocken. Nur mit mehr Geld ließen sich die Sanierungen beschleunigen, argumentieren sie.
Die Reparaturen am bayerischen Schienennetz werden sich über das nächste Jahrzehnt hinziehen – schnelle Lösungen sind nicht in Sicht. Nun müssen Deutsche Bahn und Landesbehörden einen Kompromiss finden, wie Serviceeinschränkungen und langfristige Modernisierungen in Einklang zu bringen sind. Die Entscheidung wird bestimmen, wie Fahrgäste und Güterverkehr in den kommenden Jahren betroffen sein werden.