15. Inklusionsforum diskutiert Herausforderungen von Geflüchteten mit Behinderung
Christoph Koch II15. Inklusionsforum diskutiert Herausforderungen von Geflüchteten mit Behinderung
15. Inklusionsforum: Flucht. Migration. Behinderung
Diese Woche fand im Landratsamt Regensburg das 15. Inklusionsforum unter dem Titel Flucht. Migration. Behinderung statt. Rund 35 Fachkräfte aus Beratungsstellen, Jobcentern und der öffentlichen Verwaltung kamen zusammen, um zentrale Herausforderungen zu diskutieren, vor denen geflüchtete und migrierte Menschen mit Behinderungen stehen. Im Mittelpunkt standen praktische Hilfsangebote, notwendige politische Weichenstellungen sowie der Ausbau lokaler Netzwerke.
Landrätin Tanja Schweiger eröffnete die Veranstaltung mit einem Appell zur verstärkten Zusammenarbeit, um die Lebensbedingungen vulnerabler Gruppen zu verbessern. Sie betonte, wie wichtig der Austausch von Fachwissen sei, um vor Ort passgenaue Lösungen zu entwickeln.
Die Diskussionen drehten sich unter anderem um den Zugang zum Arbeitsmarkt, Sprachbarrieren und die anstehende Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS). Die EU-weite Neuregelung, die am 12. Juni 2026 in Kraft treten soll, zielt auf eine Straffung der Asylverfahren durch verpflichtende Registrierung und beschleunigte Bearbeitung an den Außengrenzen ab. Deutschlands eigenes Anpassungsgesetz, das GEAS-Anpassungsgesetz, wurde zwar bereits am 27. Februar 2026 verabschiedet, doch weder auf EU- noch auf nationaler Ebene sind die Maßnahmen bisher vollständig umgesetzt.
Ein besonderer Fokus lag auf den spezifischen Hürden, mit denen geflüchtete Menschen mit Behinderungen konfrontiert sind. Zwar wurden im Forum Ansätze zur Verbesserung der Unterstützung aufgezeigt, doch die Teilnehmer:innen stellten fest, dass sich die ersten Schritte der GEAS-Reform bisher weder auf die Bearbeitungsdauer noch auf den Zugang für asylsuchende Menschen mit Behinderungen spürbar ausgewirkt haben.
Zum Abschluss des Forums herrschte Konsens über die bestehenden Lücken in den aktuellen Systemen. Die Expert:innen waren sich einig, dass eine engere Vernetzung der Akteur:innen und klarere politische Vorgaben unverzichtbar seien. Wie sich die GEAS-Reform in der Praxis auf geflüchtete Menschen mit Behinderungen auswirken wird, müssen weitere Evaluierungen in der Umsetzungsphase zeigen.






