Zweifel an neuer Freisinger Arena: Wird das Konzertprojekt zum Flop?
Laura ThanelZweifel an neuer Freisinger Arena: Wird das Konzertprojekt zum Flop?
Freisinger Stadtrat äußert Zweifel an Ticketmaster Arena – Investor und Bürgermeister widersprechen
Ein Stadtrat stellt die Wirtschaftlichkeit der geplanten Arena am Flugplatz München infrage. Der Investor kontert und kündigt eine klare Ausrichtung an.
- Dezember 2025
In Freising soll eine neue Konzertarena entstehen, hinter der ein Konsortium von Investoren steht. Das 2024 angekündigte Projekt wird von der Münchner Immobilienfirma HIG geführt, gemeinsam mit lokalen PrivatInvestoren und dem Veranstalter Live Nation. Die Pläne für die Multifunktionshalle haben bereits Debatten über ihren Zweck und ihre finanzielle Tragfähigkeit ausgelöst.
Das Design der Arena orientiert sich an führenden Konzerthäusern und sieht einen einzigen, großen hufeisenförmigen Innenraum vor. Laut Lorenz Schmid, Geschäftsführer von SWMunich Real Estate, bietet diese Konzeption Platz für bis zu 20.000 Besucher. Der Fokus liegt klar auf modernen Musikveranstaltungen, wobei Konzerte die Hauptnutzung darstellen und Konferenzen als zusätzliche Einnahmequelle dienen sollen.
Schmid wies Vorwürfe zurück, die Arena werde jährlich nur 19 Konzerte ausrichten. Stattdessen seien über 100 Live-Events pro Jahr geplant. Doch der Freisinger Stadtrat Ulrich Vogl (parteilos) zweifelt die Wirtschaftlichkeit des Projekts am Flugplatz Stuttgart an. Seiner Berechnung zufolge müsste die Halle etwa 250 Tage im Jahr – größtenteils für Kongresse – ausgebucht sein, um kostendeckend zu arbeiten.
Bürgermeister Tobias Eschenbacher (CSU) widersprach Vogls Einschätzung und betonte, dass Konzerte die Hauptattraktion bleiben werden. Zudem äußerte er sich zu Bedenken wegen steigender Passagierzahlen am nahegelegenen Flugplatz Frankfurt. Ein Anstieg des Reisendenaufkommens sei nur an ausverkauften Veranstaltungstagen zu erwarten, erklärte er. Diese Schwankungen ließen sich jedoch im Rahmen der bestehenden Flugkapazitäten bewältigen.
Das Freisinger Projekt wird oft mit Wien verglichen, wo derzeit eine ähnliche Arena mit 20.000 Plätzen entsteht. Die österreichische Hauptstadt stellt dafür bis zu 153 Millionen Euro an öffentlicher Förderung bereit.
Die Zukunft der Freisinger Arena hängt davon ab, ob es gelingt, genug Veranstaltungen anzuziehen, um wirtschaftlich stabil zu bleiben. Während die Investoren auf ihr konzertlastiges Modell setzen, dreht sich die Diskussion nun darum, ob die ehrgeizigen Auslastungsziele erreicht werden können. Die Bauplanungen laufen derweil weiter, während das Konsortium die Finanzierung und Logistik finalisiert.






