27 April 2026, 18:25

"Worüber Jüdinnen und Juden sprechen": Ein Buch zeigt unbekannte Facetten jüdischen Lebens in Deutschland

Altes Buch mit hebräischer Schrift auf einem schwarzen Hintergrund, beschriftet mit "Jüdisches Pessach-Seder".

"Worüber Jüdinnen und Juden sprechen": Ein Buch zeigt unbekannte Facetten jüdischen Lebens in Deutschland

Ein neues Buch mit dem Titel "Worüber Jüdinnen und Juden sprechen: Zehn Gespräche aus Deutschland" wirft einen frischen Blick auf das jüdische Leben im Land. Verfasst von Joshua Schultheis und Mascha Malburg, vereint es acht jüdische Stimmen in zehn Dialogen. Die Autoren wollen sich von den gängigen Erzählungen lösen, die jüdische Erfahrungen meist nur im Kontext der Holocaust-Gedenkkultur oder des Nahostkonflikts thematisieren.

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Joshua Schultheis, politischer Redakteur bei der "Jüdischen Allgemeinen", und Mascha Malburg, die Politikwissenschaft und Soziologie studiert hat, haben das Werk gemeinsam verfasst. Ihr Buch stellt die oft eingeschränkte öffentliche Wahrnehmung jüdischen Lebens in Deutschland infrage, die sich meist auf historische Traumata oder geopolitische Spannungen konzentriert. Stattdessen präsentiert es persönliche Gespräche, die ein breiteres Spektrum an Erfahrungen widerspiegeln.

Die Diskussionen werden moderiert von Dinah Riese, Leiterin des Inlandsressorts der "Jüdischen Allgemeinen". Die Dialoge umfassen vielfältige Perspektiven und vermitteln den Leserinnen und Lesern ein klareres Bild zeitgenössischer jüdischer Identität. Erschienen im Hentrich & Hentrich Verlag, argumentiert das Buch, dass das direkte Zuhören jüdischer Stimmen entscheidend ist, um ihre Anliegen und ihren Platz im heutigen Deutschland zu verstehen.

Allzu oft werden Jüdinnen und Juden in Deutschland nur in bestimmten Momenten wahrgenommen – etwa bei Gedenkveranstaltungen für NS-Opfer oder in Debatten über die israelisch-palästinensischen Beziehungen. Die Autoren sind überzeugt, dass dieser enge Fokus die Alltagsrealitäten jüdischer Gemeinschaften ausblendet. Ihr Buch will dies korrigieren, indem es den Teilnehmenden selbst das Wort erteilt.

Das Werk bietet jüdischen Menschen eine Plattform, um ihre Geschichten jenseits der üblichen Schlagzeilen zu erzählen. Mit zehn Gesprächen zeigt es die Vielfalt innerhalb der Gemeinschaft auf. Leserinnen und Leser erhalten so die Möglichkeit, sich mit dem jüdischen Leben in Deutschland auf dessen eigenen Bedingungen auseinanderzusetzen – statt durch eine verengte öffentliche Perspektive.

Quelle