Wolfram Weimers vergessene Gedichte: Von *„Kopfhaut Pilz“* zum Kulturminister
Christina JunitzWolfram Weimers vergessene Gedichte: Von *„Kopfhaut Pilz“* zum Kulturminister
Wolfram Weimers frühe lyrische Versuche
Teaser: Bevor er Kulturstaatsminister der Konservativen wurde, schrieb Weimer Gedichte. Seine Lyriksammlung „Kopfhaut Pilz“ gewährt einen tiefen Einblick in Studentenemotionen der 1980er.
24. November 2025, 07:14 Uhr MESZ
Eine längst vergessene Gedichtsammlung des aktuellen Kulturstaatsministers hat im Zuge eines Medienskandals wieder Aufmerksamkeit erregt. Wolfram Weimers „Kopfhaut Pilz“, 1986 in Eigenregie veröffentlicht, enthält rohe, experimentelle Verse, die in krassem Gegensatz zu seiner heutigen politischen Rolle stehen. Die Wiederentdeckung dieser jugendlichen Schriften hat eine neue Debatte über Inhalt und Stil entfacht.
Weimer verfasste „Kopfhaut Pilz“ in jungen Jahren – gefüllt mit akrobatischem Wortspiel, derben Ausdrücken und Themen, die von Sexualität bis zum Radfahren reichen. Das Titelbild zeigt drei schreiende Köpfe im Stil von Edvard Munchs „Der Schrei“ und deutet auf den beunruhigenden Ton der Sammlung hin. Das Gedicht „Unglück“ (Unglück) etwa schildert eine gewalttätige, verstörende Szene, die sich weit von klassischen lyrischen Konventionen entfernt.
Das erneute Auftauchen von „Kopfhaut Pilz“ rückt Weimers frühe künstlerische Versuche ins Rampenlicht. Seine ungeschliffene, provokante Dichtung steht in scharfem Kontrast zu seiner heutigen Funktion als Regierungsvertreter. Inhalt und plötzliche Rückkehr der Gedichte haben der laufenden Medienkontroverse eine weitere Facette hinzugefügt.






