24 December 2025, 08:44

Wolfram Weimer und Gott

Vögel in der Mitte, Pflanzen unten, ein Weihnachtsbaum links, Gebäude im Hintergrund und Banner mit Text.

Wolfram Weimer und Gott

Wolfram Weimer, Deutschlands Kulturminister, hat 2021 beim Bonifatius Verlag das Buch Sehnsucht nach Gott veröffentlicht. In diesem gläubig geprägten Werk argumentiert er, dass der Glaube an Gott unerlässlich sei, um Ordnung in Deutschland und Europa wiederherzustellen. Kritiker hingegen haben sowohl das Buch als auch seinen Autor scharf zurückgewiesen.

Weimer begründet seine These damit, dass das Zeugnis eines Gläubigen mehr Gewicht habe als das eines Atheisten. Diese „Beweisführung“ diene ihm als Bestätigung für die Existenz Gottes. Gleichzeitig warnt er, dass ohne das Christentum die Gesellschaft zusammenbrechen werde – ohne Staat, ohne Rechte und ohne zukünftige Generationen. In seinem Buch greift er zudem Relativisten, „kulturelle Masochisten“ und jene an, die seiner Ansicht nach die Religion untergraben und damit für Europas „Selbstschwächung“ verantwortlich seien.

Der Autor stellt die Rückkehr Gottes als eine anspruchsvolle Aufgabe für den Einzelnen dar, die Engagement und Einsatz erfordere. Er bezieht sich dabei auf das Magnificat, das Loblied Marias, das er als revolutionären Adventschoral bezeichnet, der Gläubige herausfordere. Passend dazu lässt sein ausgewählter Kirchenchor in diesem Jahr Bachs Weihnachtsoratorium gemeinsam mit dem Magnificat aufführen – eine musikalische Untermalung seiner Themen Glauben und Tradition. Die Kritik fällt jedoch vernichtend aus: Die Frankfurter Allgemeine Zeitung nannte Weimer einen „Schwätzer“, während die Süddeutsche Zeitung sein Medienimperium als „Potemkinsches Dorf“ bezeichnete. Seine Argumente stehen in scharfem Kontrast zur Philosophie von Iris Murdoch, die Gott als „den leeren Raum“ beschrieb, „den wir mit unseren Handlungen füllen“ – eine Haltung, die weit entfernt ist von Weimers Forderung nach göttlichem Eingreifen.

Die Veröffentlichung des Buches hat eine Debatte über die Rolle der Religion im modernen Europa entfacht. Weimers Behauptungen, der Glaube sei das Fundament der Gesellschaft, prallen auf säkulare Gegenkritik. Gleichzeitig unterstreichen die Aufführungen von Bach und dem Magnificat in seiner Kirche genau jene kulturellen Traditionen, die er zu verteidigen sucht.

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