Wie Seemannslieder und die Padua ein Leben prägten
Michael Krieg verbrachte seine frühen Jahre umgeben vom Meer, von Schiffen und den Liedern der Seeleute. Aufgewachsen in der Nähe der Howaldtswerke-Werft in Kiel, war er fasziniert vom täglichen Anblick der Schiffe, die in den Förde stachen. Die Melodien der Seemannslieder, gesungen von Stars wie Hans Albers und Freddy Quinn, prägten seine Kindheit.
In Kriegs Familie hörte man oft die maritimen Weisen Albers', des berühmten Schauspielers und Sängers, der vor allem durch seine Rolle in Große Freiheit Nr. 7 bekannt wurde. Der Film von 1944 zeigte Albers als Hannes Kröger, einen Seemann, der sich nach der Weite des Ozeans sehnt. Diese Geschichten und Lieder formten auch Kriegs eigene Träume vom Meer.
Als Junge sang er in einem Kirchenchor neben einem bassstarken Sänger, der auch beim Lotsen-Gesangverein mitwirkte – einem der ältesten Lotsenchöre Deutschlands. Die Tradition der Seemannslieder, oder Seemannslieder, hatte in Hafenstädten wie Kiel und Hamburg tiefe Wurzeln. Ursprünglich Arbeitslieder der Matrosen, wurden sie nach dem Zweiten Weltkrieg zu kulturellen Fixpunkten, bewahrt von Chören und durch Albers' Filme populär gemacht.
Kriegs unerfüllte Liebe zu einer jungen Frau namens La Paloma trieb ihn dazu, Abenteuer zu suchen. In einem kühnen Schritt heuerte er auf der Padua an, einer viermastigen Bark. Das Schiff, heute als Kruzenshtern bekannt, war das letzte erhaltene der legendären Flying P-Liner.
Die Padua führte Krieg weg vom Herzschmerz und hinein in ein Leben zur See. Das Erbe des Schiffes und die lebendige Tradition der Seemannslieder hielten den Geist des maritimen Abenteuers am Leben. Für Krieg waren die Lieder und Geschichten seiner Jugend zur Realität geworden.






