Wie deutsche Landwirte mit Arnika-Anbau die Pharmazie revolutionieren
Christoph Koch IIWie deutsche Landwirte mit Arnika-Anbau die Pharmazie revolutionieren
Wachsende Nachfrage nach kultivierter Arnika verändert die Zusammenarbeit deutscher Landwirte mit Pharmaunternehmen
Wildwachsende Arnika, eine geschützte Art, kann den Bedarf der Industrie aufgrund strenger Naturschutzgesetze nicht mehr decken. Daher arbeiten spezialisierte Anbaubetriebe wie Eskusa nun mit Landwirten zusammen, um eine stetige Versorgung mit dieser wertvollen Pflanze zu sichern.
Arnika ist für ihre entzündungshemmenden, schmerzlindernden und antibakteriellen Eigenschaften bekannt. Ihre Extrakte werden in Salben und Tinkturen verwendet und oft mit Produkten wie Voltaren-Gel zur Linderung von Muskel- und Gelenkschmerzen verglichen.
In den letzten fünf Jahren ist die Nachfrage nach kultivierter Arnika in Deutschland um 25–30 % gestiegen. 2021 wurden rund 150 Tonnen verbraucht; bis 2025 könnte der Bedarf auf 200 Tonnen steigen. Treiber sind der Boom bei Naturkosmetik, die Verbrauchervorliebe für nachhaltige Inhaltsstoffe und Engpässe bei wild gesammelter Arnika.
Landwirte wie Markus Grundner bauen Arnika mittlerweile als zusätzliche Kultur an. Auf seinem 280 Hektar großen Betrieb erntete er im ersten Jahr 300 Kilogramm pro Hektar – mit Potenzial für bis zu 500 Kilogramm in späteren Jahren. Die Pflanze gedeiht besonders in gut durchlässigen, leicht sauren Böden mit geringem Phosphorgehalt und gleichmäßiger Feuchtigkeit.
Wild gesammelte Arnika kostet derzeit etwa 200 Euro pro Kilogramm, während Vertragslandwirte in langfristigen Abnahmeverträgen rund 100 Euro pro Kilogramm erhalten. Das Unternehmen Eskusa, spezialisiert auf Nischenkulturen, vermittelt zwischen den Erzeugern und Pharmaunternehmen und sichert so eine stabile Versorgung. Dieses System kommt sowohl Landwirten als auch Herstellern zugute und verringert die Abhängigkeit von unberechenbaren Wildsammlungen.
Der Umstieg auf kultivierte Arnika hilft, die steigende Nachfrage zu decken und gleichzeitig wildlebende Bestände zu schützen. Landwirte profitieren von verlässlichen Verträgen, während Pharmaunternehmen eine gleichbleibende Quelle hochwertiger Rohstoffe sichern. Mit stabilisierenden Preisen und Produktionsmengen dürfte der Markt für Arnika-Produkte weiter wachsen.






