Westallgäu ohne Chirurgen: Wie der Landkreis die Versorgung vernachlässigte
Maren WeihmannWestallgäu ohne Chirurgen: Wie der Landkreis die Versorgung vernachlässigte
Ärztemangel im Westallgäu: Wer trägt die Schuld?
Teaser: Der Landkreis beteiligt sich an einem MVZ. Doch die Misere bei der ambulanten chirurgischen Versorgung im Westallgäu hätte vermieden werden können.
12. Dezember 2025, 17:47 Uhr
Der Landkreis Lindau am Bodensee steht nach der Schließung der Lindenberger Rotkreuz-Klinik vor einem massiven Engpass in der chirurgischen Versorgung. Lokale Behörden räumen nun ein, dass die Krise hätte abgewandt werden können – wenn die Zulassungen für chirurgische Praxen rechtzeitig vor den Ruheständen der Chirurgen übertragen worden wären. Stattdessen bleiben die Patienten im Westallgäu nun gänzlich ohne chirurgische Betreuung.
Das Problem begann, als ausscheidende Chirurgen in der Region ihre Praxiszulassungen nicht weitergaben. Die zuständigen Gesundheitsbehörden, die Kassenärztliche Vereinigung (KV), Klinikträger und Kommunalpolitiker genehmigten die Schließungen, ohne für Nachfolge zu sorgen. Die Folge: Im Westallgäu gibt es heute keine chirurgische Versorgung mehr.
Der Landkreis ist nun auf Zweigstellen entfernter Praxen angewiesen, um die Lücke zu schließen. Genossenschaftsmodelle und ein geplantes Notfallzentrum sollen die Versorgung stabilisieren – doch durch die Verzögerungen bei den Zulassungsübertragungen fehlen den Bürgern vor Ort kurzfristige Lösungen. Ob und wie schnell bestehende Praxen in die unterversorgte Region expandieren, bleibt abzuwarten.






