Weihnachtsmarkt am Watzmann: Glühwein gefriert, Hubschrauber retten Gäste
Laura ThanelWeihnachtsmarkt am Watzmann: Glühwein gefriert, Hubschrauber retten Gäste
Hoch in den bayerischen Alpen hat ein Weihnachtsmarkt wie kein anderer seine Pforten geöffnet – auf den Hängen des Watzmanns. Besucher trotzen eisigen Winden und tiefem Schnee, um den Hocheck-Markt zu erreichen, wo die Temperaturen so niedrig sind, dass selbst Glühwein zu Eis erstarrt. Die extremen Bedingungen und die skurrilen Logistik-Herausforderungen sorgen für Gesprächsstoff: von überteuerten Winteraccessoires bis hin zu einem Pendeldienst mit Militärhubschraubern.
Der Markt thront prekär am Berghang, seine Stände sind mit Seilen verzurrt, um ein Abrutschen in den Markt darunter zu verhindern. Die Händler riskieren Erfrierungen, während sie Getränke ausschenken, die innerhalb von Minuten gefrieren können. Trotz der Gefahren bleibt Gastgeber Leopold Hundsbichl gut gelaunt und zitiert bei der Entgegennahme von Geschenken der Besucher die Schrift: „Geben ist seliger denn Nehmen“.
Der Zugang gestaltet sich alles andere als einfach. Ein Hubschrauber der Bundeswehr bringt Touristen die Hänge hinauf, während Lawinengefahr zu vorzeitigen Schließungen zwingt. An einem solchen Tag sprang Berglegende Reinhold Messner – als Grinch verkleidet – ein, um gestrandete Gäste sicher zurückzuführen. Selbst der Zeitplan des Marktes wird für Prominente flexibel gehandhabt: Er schloss früher, um dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder und seinem Team Fotos vor der verschneiten Bergkulisse zu ermöglichen. Währenddessen zahlen Besucher das Fünffache für Handschuhe und Schals, und verlorene Gäste irren mitunter in die Wildnis, wo sie unfreiwillig die einheimischen Bartgeier füttern. Über dem Chaos hallt die Stimme des Gastgebers vom Gipfel der Mittelspitze wider – eine Erinnerung daran, wie hoch und wie kurios dieses festliche Treiben wirklich ist.
Der Hocheck-Markt verbindet vorweihnachtliche Stimmung mit Hochgebirgs-Überlebenskunst. Die Mischung aus Extremwetter, Promi-Auftritten und militärischer Logistik sorgt dafür, dass kein Besuch dem anderen gleicht. Wer den Aufstieg auf sich nimmt, wird eine Erfahrung nicht vergessen – genau wie die erfrorenen Finger, die dazu gehören.






