Wehrpflicht kehrt 2025 zurück: Bundeswehr verschickt Fragebögen an junge Männer und Frauen
Christoph Koch IIMilitärdienst: Evangelische Kirche berät Jugendliche - Wehrpflicht kehrt 2025 zurück: Bundeswehr verschickt Fragebögen an junge Männer und Frauen
Deutschland führt im kommenden Jahr eine Form der Wehrpflicht wieder ein – ab Mitte Januar werden Fragebögen verschickt. Die ersten Empfänger sind junge Menschen, die 2008 geboren wurden. Neben den Schreiben der Bundeswehr erhalten evangelische Jugendliche in Bayern zudem eine persönliche Orientierungshilfe von ihrem Bischof zu den ethischen Fragen des Dienstes an der Waffe.
Das neue Wehrpflichtgesetz zielt darauf ab, die Zahl der aktiven Soldatinnen und Soldaten bis 2035 auf 255.000 bis 270.000 zu erhöhen. Zusätzlich ist eine Reserve von 200.000 Personen geplant. Während junge Männer den Fragebogen verpflichtend beantworten müssen, können sich Frauen freiwillig beteiligen.
In den Formularen werden persönliche Angaben abgefragt, darunter Geschlecht, Gesundheitszustand, körperliche Fitness, Bildungsstand, Führerscheine sowie die Bereitschaft zum Dienst. Parallel dazu hat der bayerische Landesbischof Christian Kopp rund 22.000 jungen Protestantinnen und Protestanten in Bayern geschrieben und bietet ihnen Unterstützung bei ihrer Entscheidungsfindung an. Kopps Brief wirbt weder für noch gegen den Militärdienst, sondern regt vielmehr eine Gewissensprüfung und die Auseinandersetzung mit den moralischen Aspekten der Wehrpflicht an. Der Bischof räumt ein, dass der Dienst demokratische Werte Deutschlands schützen könne, verweist aber auch auf die Risiken von Leid und Verletzung. Die kirchlichen Schreiben treffen zeitgleich mit den Fragebögen der Bundeswehr ein – so erhalten die Jugendlichen sowohl praktische als auch ethische Leitlinien für ihre Entscheidung.
Der Prozess beginnt im Januar; die Antworten werden die zukünftige Zusammensetzung der Bundeswehr prägen. Für junge Männer ist die Stellungnahme Pflicht, Frauen können sich freiwillig beteiligen. Durch die Einbindung der Kirche erhält die ohnehin sehr persönliche Entscheidung eine zusätzliche ethische Dimension.






